Von Ernst Ludwig Kirchners "Harem" bis zu Michael Triegels Porträt von Papst Benedikt XVI. reicht die Spanne auf der Kunstmesse art Karlsruhe. "Bei uns ist für jeden Geldbeutel etwas dabei", sagte Kurator Ewald Karl Schrade am Mittwoch vor den Medien. Insgesamt seien von Donnerstag bis Sonntag mehr als 20'000 Werke von rund 1600 Künstlern zu sehen. Dank des Wirtschaftsaufschwungs rechnen die etwa 212 Galeristen mit guten Geschäften. Das Papstporträt, das erstmals ausgestellt wird, ist unverkäuflich.
Kirchners "Harem" hält mit dem Preis von 3,2 Millionen Euro (4,2 Millionen Franken) den Spitzenplatz. In den Galerien mit unbekannteren Künstlern sind allerdings auch Stücke für mehrere Hundert Euro zu haben. Schrade erwartet Sammler aus aller Welt: "Wir sind längst vom Geheimtipp zum Pflichttermin geworden."
Zur Auflockerung haben die Organisatoren zwei Sonderausstellungen in die Messe integriert. Die Berliner Galerie Camera Work zeigt Modephotografie aus neun Jahrzehnten mit den Stars der Szene. Die Palette reicht von Man Ray über Richard Avedon bis Helmut Newton und Herb Ritts. Vor ihren Linsen posierten unter anderem Marlene Dietrich, Marilyn Monroe und Madonna. Die Münchner Sammlung Kopp bietet mit "Permant Trouble" (ständiger Ärger) einen kleinen Überblick auf provokative, moderne Kunst. Erstmals seit der Gründung vor acht Jahren greift die art vom Messegelände auf die Stadt über. Am Samstagabend organisieren zwölf Kulturinstitutionen und neun Galerien eine Kunstnacht und lassen ihre Räume bis Mitternacht geöffnet. (sda)