Anlässlich der Generalversammlung des Berufsverbands Autorinnen und Autoren der Schweiz (AdS) verlieh dieser zum dritten Mal die beiden Auszeichnungen "plume de paon" (Pfauenfeder) und "plume de plomb" (Bleifeder), wie es in einer Medienmitteilung heisst.
Der eine Preis schmückt die Zeitung "Le Courrier" mit Federn für die kontinuierliche Präsenz mehrsprachiger zeitgenössischer Literatur in ihrem Blatt. Die Bleifeder hingegen weist die drei Fernsehstationen der SRG auf besonderes Verbesserungspotential bei der Vermittlung von Schweizer Literatur hin. Obwohl die SRG den öffentlichen Auftrag habe, Schweizer Literatur in Radio und Fernsehen zu thematisieren, ist diese aus Sicht des AdS beim Fernsehen marginalisiert bis abwesend.
"Die Literatur muss ihren festen Platz in den Medien haben", meine AdS-Präsident Raphael Urweider. "Sorgfältig recherchierte Beiträge wie auch der öffentliche Diskurs sind wichtige Bestandteile, um dem Publikum aktuelle Literatur näher zu bringen. Die Verdichtung der Medien, einhergehend mit einer Boulevardisierung der Beiträge, gefährdet diesen Teil der Öffentlichkeitsarbeit."
Zudem wählte die am Vortag zu den Solothurner Literaturtagen stattfindende Generalversammlung die literarische Übersetzerin Camille Luscher neu in den Vorstand.
Reaktionen auf die Mitteilungen des Bundesrats zur Kulturbotschaft
Aus aktuellen Gründen waren auch die Veröffentlichung der Kulturbotschaft 2016 durch den Bundesrat sowie dessen Antwort auf den AGUR12-Bericht Thema der Generalversammlung. So waren die Anwesenden hoch erfreut, dass der Bundesrat der Literatur innerhalb der nationalen Kulturförderung in der kommenden Legislatur einen wichtigen Stellenwert einräumen möchte.
In diesem Sinne richtete die Generalversammlung des AdS bereits heute einen Appell an das Parlament, der Literatur diese Bedeutung, die ihr gebührt, auch zuzugestehen und die dazu notwenigen Mittel zu sprechen.
Verleihrecht auch in der Schweiz
Die Generalversammlung bekräftigte einmal mehr, dass das international geltende Verleihrecht auch Schweizer Recht werden soll. Bibliotheken sind zentrale Bestandteile einer idealen Leseförderung, die der breiten Bevölkerung den Zugang zur Literatur gewähren kann. Doch kann diese Dienstleistung nicht auf Kosten der Autorinnen und Autoren geschehen, welche den Inhalt der Bibliotheken erschaffen, ohne diese obsolet wären.
Es ist aus Sicht des AdS an der Politik, den Autorinnen und Autoren endlich zu diesem Recht zu verhelfen, damit sie auch für diese Nutzung ihrer Werke entschädigt werden. (pd)