Schweizer Geheimdienst kritisiert neue Krimi-Folge

"Tatort" - "Letzte Tage" wird Ende Juni ausgestrahlt.

Am Sonntag, 23. Juni, kommt der neuste Bodensee-"Tatort" mit Mattheo Lüthi (Roland Koch) von der Kantonspolizei Thurgau zu seiner deutschen Kollegin Klara Blum (Eva Mattes). Er heisst "Letzte Tage". Dabei werden die Schweiz und ihre Institutionen in einem denkbar schlechten Licht dargestellt, wie die "Schweiz am Sonntag" schreibt.

Das Schweizer Pharma-Unternehmen Sanortis gerät in den Verdacht, den krebskranken Jochen Heigle, der die Firma erpresst hat, umgebracht zu haben. Dabei werde der Eindruck erweckt, dass Grossindustrie und Staat mit Nachrichtendienst und Polizei unter einer Decke stecken und sich gegenseitig schützen. Vor allem sei die Rolle des Schweizer Nachrichtendienstes sehr zwielichtig.

"Das ist aus unserer Sicht ein nicht sehr realistisches Drehbuch", kritisiert Felix Endrich, der Kommunikationschef des Schweizer Nachrichtendienstes (NDB), gegenüber der "Schweiz am Sonntag", "in einem solchen Fall sind wir sicher nicht zuständig." Der Nachrichtendienst sei ausschliesslich präventiv tätig, wenn "eine Gefahr für die innere oder äussere Sicherheit der Schweiz bestehen könnte". Also zur Abwehr von Terror, Spionage, Proliferation oder Gewaltextremismus.

"Der 'Tatort' entwirft ein falsches Bild des Schweizer Nachrichtendienstes", sagt Endrich und bedauert, dass die "Tatort"-Crew für diese Folge den Kontakt zum NDB nicht gesucht habe. ("Schweiz am Sonntag")