Schweizer Songs im freien Fall

Hitparade - Schuld trägt gemäss Lisa Gyger das Schweizer Fernsehen.

Noch vor zwei Jahren waren bis zu 24 Songs in den Top 100 der Schweizer Hitparade klassiert. 2008 wurde gemäss Berechnungen der Zeitung "Sonntag" eine Rekord-Quote von 13,3 Prozent erzielt. Doch seither befindet sich der Anteil von Schweizer Songs im Rückwärtsgang. Um vier Prozent reduzierte sich die Quote im letzten Jahr, 2010 sieht es noch schlimmer aus. In dieser Woche waren nur noch drei Schweizer Songs in der Hitparade vertreten. Der Schweizer Songanteil sei damit in der ersten Jahreshälfte um mehr als die Hälfte auf 6 Prozent eingebrochen, schreibt "Sonntag" weiter. Schuld trägt für Lisa Gyger von Action Swiss das Schweizer Fernsehen SF.

"SF hat die Rolle des Hitmachers von Schweizer Songs eingebüsst", sagt sie. Der Sender habe es "verpasst, eine innovative Sendung für Schweizer Pop und Rock zu kreieren." Einheimische Pop- und Rockmusik wird gemäss Gyger von SF sehr stiefmütterlich behandelt. Auch Hank Merk vom Musiklabel Universal ärgert sich: "Wir wünschen uns auf allen Ebenen mehr Mut und Stolz auf das heimische Musikschaffen". Insbesondere kritisiert er die Radiostationen. "Eine Radioquote von einem Drittel einheimisches Schaffen wäre qualitativ angemessen".