Gegen 200 Davoserinnen und Davoser begrüssten den gefeierten Filmemacher in Begleitung seiner Mutter Ulli Forster und seiner Freundin am späten Nachmittag zu den Klängen eines Alphornduos vor dem Rathaus. Die Laudatio in der "Grosser Stube" aus dem Jahr 1564 hielt SF-Nachrichtensprecher Urs Gredig, der wie Forster in Davos aufgewachsen ist. Gredig schilderte ihn als schüchternen Jungen, der sich zwölfjährig ins Kino schlich, um "Apocalypse now" anzuschauen. Dieser Kinobesuch sei die "Initialzündung" gewesen: Damals wurde sein Traum, Regisseur zu werden, geboren.
Der mit 39 Jahren jüngste Davoser Ehrenbürger aller Zeiten sei nicht nur ein begnadeter Regisseur, sondern auch eine herausragende Persönlichkeit. Gredig zitierte den Schauspieler Johnny Depp, der ihn "als grossen Filmemacher und grossen Menschen" würdigte. Forster bedankte sich sichtlich bewegt und erklärte, seine Kreativität und Sensibilität habe er der Davoser Natur zu verdanken, die ihm als Kind "wahnsinnig viel" bedeutet habe. Im Landwassertal habe er eine "unglaublich sorglose Jugend" verbracht.
Kultur sei die "bedeutendste Infrastruktur", wobei die globalste Bedeutung dem Film zukomme, sagte Bundesrat Moritz Leuenberger am Festakt. Dieses Medium lebe vom Pendeln der Filmemacher zwischen den Kulturen. "Was wäre der Schweizer Film ohne Lindtberg mit österreichischen oder ohne Samir mit irakischen Wurzeln", gab Leuenberger zu bedenken. Doch nicht immer würden Fremde als Bereicherung empfunden. Schon gar nicht, wenn sie aus dem Balkan stammten - es sei denn, sie seien Fussballer. Offensichtlich fielen uns Einbürgerungen leichter, wenn wir uns daraus einen Nutzen versprächen. (sda)