Soll man die freie Meinungsäusserung beschränken?

Zurich Salon - Podiumsdiskussion zum Thema Redefreiheit im Cabaret Voltaire.

Soll man alles sagen dürfen? Ist eine Beschränkung der Redefreiheit sinnvoll, wenn es um Rassismus oder Diskriminierung von Minderheiten geht? Diese Fragen werden am Donnerstag im Cabaret Voltaire im Rahmen des "Zurich Salon" diskutiert. Diese Veranstaltungsreihe ist inspiriert von der Salon-Kultur des 19. Jahrhunderts und der angelsächsischen Diskussionstradition. "Wir möchten diese Kultur auch in Zürich wieder aufleben lassen", sagt Mit-Initiantin Gabriela Battaglia, Reporterin beim "Blick", gegenüber persoenlich.com.

"Idee ist es, dass zu aktuellen gesellschaftlichen Themen an einer öffentlichen Veranstaltung verschiedene Meinungen debattiert werden", erklärt sie weiter. Die Redner haben dabei jeweils sieben Minuten Zeit, um ihre Position darzulegen. Dann debattieren sie mit einem Moderator untereinander und schliesslich kommt das Publikum zum Zug: Erwünscht sind sowohl Fragen an die Podiumsteilnehmer als auch eigene Meinungen.   

Zusammenleben in der multikulturellen Gesellschaft
Die Veranstaltung steht unter dem Titel "Free Speech With Or Without 'Buts'?" Jeder sei für die freie Meinungsäusserung, fast immer komme aber noch ein "aber…", heisst es in der Ankündigung. In der Aufkärung sei die absolut unbeschränkte Redefreiheit als grundlegender Wert eingeführt worden, doch in letzter Zeit wurde dieses Recht im Namen der Bekämpfung von Rassimus, Homophobie, Sexismus und Faschismus immer mehr eingeschränkt.

Das Thema wird auch aktuell stark diskutiert, wie zum Beispiel das Bundesgerichtsurteil über den erlaubten Hitler-Gruss, die Aussage von SVP-Politiker Toni Bortoluzzi über Homosexuelle oder der Kampf gegen das Antirassismus-Gesetz zeigen. Die Frage stellt sich: Wie leben wir friedlich in einer multikulturellen Gesellschaft zusammen? Indem wir die freie Meinungsäusserung einschränken oder sie unbeschränkt zulassen?

Gegensätzliche Standpunkte
"Alle drei Referenten werden pointiert und sehr engagiert ihre gegensätzlichen Standpunkte vertreten", verspricht Battaglia. Dabei wird Doris Angst, Geschäftsführerin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassmismus (EKR) in Bern, für Grenzen in der Meinungsfreiheit plädieren.

Dennis Hayes, Professor an der britischen Universität Derby und Direktor der einflussreichen Lobby-Gruppe "Akademiker für akademische Freiheit", wird den Gegenstandpunkt vertreten. Guy Stevens, Gründer des englischsprachigen International Comedy Club in der der Schweiz, wird die künstlerische Freiheit und das Recht auf politische Unkorrektheit verteidigen.

Moderiert wird die in englisch abgehaltene Veranstaltung von Mona Fahmy, Journalistin und Autorin. (lmy)