Gartenbeizen in Zürich dürfen die Spiele der Fussball-WM jetzt doch mit Ton übertragen. Nach seiner wöchentlichen Sitzung entschied der Zürcher Stadtrat am Mittwoch, die geltende Bewilligungspraxis für die WM 2010 zu ändern. Live-Übertragungen sind in bestehenden Gartenrestaurants und Boulevard-Cafés während der WM 2010 nun doch erlaubt. Mit dieser Neuigkeit trat der neue Zürcher Polizeivorsteher Daniel Leupi (Grüne) am Mittwoch vor die Medien. "Die WM ist etwas Besonderes, wir wollen sie den Leuten erlebbar machen."
Man habe den Wirten ermöglichen wollen, ihren Gästen Fussballspiele richtig und mit Ton zeigen zu können. "Es war ein grosser Wunsch der Öffentlichkeit", sagte Leupi. Er war es auch, der in der Regierung den Anstoss gab, die geltende Praxis zu überdenken. Diese hatte im Hinblick auf die WM in Südafrika für rote Köpfe gesorgt. Gemäss der geänderten Bewilligung dürfen die TV-Geräte nun bis 15 Minuten nach Spielschluss laufen. Die Bildschirmdiagonale darf aber nicht grösser sein als drei Meter. "Wir wollen keine neuen Public-Viewing-Zonen." Es gehe um das Fussballerlebnis in der Beiz. Leupi betonte, Zürich habe nun eine der liberalsten Lösungen in der Schweiz.
Die Erlaubnis gilt nur für die Live-Übertragung von Fussballspielen der WM 2010 in Südafrika. Danach sollen die Erfahrungen ausgewertet werden. Allenfalls werde die bestehende Bewilligungspraxis dann im Hinblick auf kommende Europa- und Weltmeisterschaften im Fussball angepasst, sagte Leupi. "Sonst ist das alle zwei Jahre wieder ein Thema." In der Stadt Zürich galt bisher die Regel, dass die Ausstrahlung der Spiele in Gartenrestaurants nicht oder nur ohne Ton erlaubt ist. Grund sind befürchtete Lärmbelästigungen in den Quartieren. Vor allem in der Zürcher Gastro-Szene hatte dies für Kopfschütteln gesorgt. "Wir setzen jetzt auf gegenseitige Toleranz", sagte Leupi. (sda)