Staat übt vollumfassende Musikzensur

China - Ausländische Titel müssen übersetzt und bewilligt werden.

Sämtliche ausländischen Musiktitel sollen vor ihrer Verbreitung in China künftig zunächst die dortige Zensur durchlaufen. Dies teilte das chinesische Kulturminsterium am Donnerstag damit. Begründet wurde die Massnahme damit, dass die "öffentliche Ethik" gewährleistet werden müsse. Ausländische Produzenten müssen demnach ab dem Jahreswechsel eine Übersetzung sämtlicher Song-Texte in Chinesisch vorlegen. Das Ministerium stellte in Aussicht, Genehmigungen sollten in einem Drei-Tage-"Schnellverfahren" zu erhalten sein.

Gewalt und Pornografie bedrohten die "gesunde Entwicklung" der chinesischen Gesellschaft, erklärte das Ministerium. Mit der Neuregelung werde zudem auch gleich das geistige Eigentum geschützt. Betroffen sind auch chinesische Musiktitel, nicht jedoch solche, die von Internet-Nutzern selbst komponiert und aufgenommen werden. Mit 338 Millionen Internet-Nutzern ist die chinesische Community die grösste der Welt. Schon in der Vergangenheit wurden regelmässig Internet-Inhalte von den chinesischen Behörden blockiert, vor allem Gewalt, Pornografie und kritische politische Inhalte. (sda)