«Stiller» feiert Premiere in München

C-Films Zürich - 800 Gäste haben den Film am Dienstagabend im Rahmen des Münchner Filmfests gesehen. Das Schweizer Fernsehen SRF hat die Produktion mitfinanziert.

von Manfred Klemann

Ein langanhaltender Schlussapplaus beim Münchner Filmfest am Dienstagabend im Deutschen Theater München mit stehenden Ovationen: Der Schweizer Film «Stiller» nach dem Roman von Weltautor Max Frisch begeisterte das Publikum.

Stefan Haupt («Zwingli») als Regisseur und Produzentin Anne Walser konnten sich von den 800 Premierengästen gebührend feiern lassen. Und die Münchner Presse war schon am Dienstag voller Lob für die Umsetzung und die schauspielerische Leistung bei dem Film, dem ein grosser Zuspruch im Arthouse-Kino zugetraut wird.

Albrecht Schuch als Stiller, die ausdrucksstarke Paula Beer als seine Frau und Geliebte, der unvergleichliche Max Simonischek als Staatsanwalt und gehörnter Ehemann sowie Marie Leuenberger und der unverwüstliche Stefan Kurt geben der Geschichte eine ganz neue Kraft. Produzent Peter Reichenbach («Hallo Betty»), Anne Walsers Partner bei C-Films in Zürich, sagte vor Ort: «So eine Premieren-Begeisterung habe ich selten erlebt.»

«Stiller» wird in der Schweiz seine Premiere während des Zurich Film Festivals haben und dann ab Oktober im Kino sein. «Ein zeitloses, ein grosses Werk», nannte schon die Literaturkritik die Geschichte von Max Frisch um den amerikanischen Bürger White, der bei der Einreise in die Schweiz verhaftet wird, weil er der vor Jahren verschwundene und gesuchte Künstler Anatol Stiller sein soll. White wehrt sich dagegen vehement, und schliesslich glaubt ihm nur noch der Gefängniswärter Knobel, dass er nicht Stiller sei.

Kein leichtes Thema, um auf die Leinwand gebannt zu werden – umso überraschender, mit welcher Freude und Bestimmtheit Stefan Haupt seine Schauspieler agieren lässt. Bei der Premierenfeier in München waren sich alle einig: Das wird ein Erfolg für den Schweizer Film in Europa mit Chancen auf die Nominierung für den Oscar als bester ausländischer Film 2026. Das Schweizer Fernsehen, die Zürcher Kulturstiftung und der Filmförderfonds der Schweiz haben hier ihr Geld in eine hochwertige Kulturarbeit gesteckt.