Der US-amerikanischen Film- und Fernsehindustrie droht ein Schauspieler-Streik, doch längst nicht alle Mitglieder der Screen Actors Guild (SAG) sind von den Streikplänen überzeugt. Vor allem die New Yorker Abteilung der Schauspielergewerkschaft SAG hat Einwände gegen das Vorhaben der Gewerkschaftszentrale in Los Angeles. Rhea Perlman, die Frau von Danny DeVito, hat in New York eine symbolische Anti-Streik Petition gestartet, die von 150 berühmten Schauspielern unterschrieben wurde, darunter Glenn Close, Tobey Maguire und Morgan Freeman.
Doch auch die Gewerkschaftsabteilung in Los Angeles mobilisiert ihre Mitglieder, um die Streikpläne durchzusetzen. Stars wie Mel Gibson und Holly Hunter setzen sich für den Streik ein und 2'300 berühmte und weniger berühmte Mitglieder haben bereits eine Petition für den Streik unterschrieben, berichtet The Independent. Der Streik ist als Druckmittel der SAG in den stockenden Vertragsverhandlungen mit der Alliance of Motion Picture and Television Producers (AMPTP) gedacht. Die New Yorker Abteilung der SAG ist gegen den Streik, da er in der momentanen Wirtschaftslage nicht die richtige Reaktion sei.
Entscheiden wird sich der Konflikt zwischen den Ost- und Westküsten-Schauspielern spätestens am 23. Jänner, wenn die Gewerkschaftsmitglieder über das Streikvorhaben abstimmen. 75 Prozent der SAG-Mitglieder müssen ihre Zustimmung zum Streik geben.
Meinungsverschiedenheiten zwischen der New Yorker Film- und TV-Industrie und jener in Los Angeles gibt es nicht erst seit der Diskussion über den aktuellen Streik. Immer mehr TV-Show Produktionen wandern von Los Angeles nach New York, weil dort die Besteuerung günstiger ist und dort allgemein billiger produziert werden kann. Doch Los Angeles ist natürlich immer noch das Mekka der Filmindustrie in den USA. 60 Prozent ihrer Mitglieder hat die Schauspieler-Gewerkschaft SAG in Los Angeles und nur 25 Prozent in New York. Die restlichen 15 Prozent verteilen sich auf regionale Gewerkschaftsabteilungen an verschiedenen Orten. (pte)