In der Schweiz gibt es beim Public Viewing von Fussballspielen der EURO 2008 an Grossbildschirmen keinen besonderen Tarif. Das hat die Schiedskommission für die Verwertung von Urheberrechten und Schutzrechten festgehalten. Sie genehmigte den entsprechenden Tarif, den die massgeblichen Nutzerverbände und die fünf Schweizer Verwertungsgesellschaften für Urheberrechte einvernehmlich ausgehandelt haben, wie sie am Mittwoch mitteilte. Der Europäische Fussballverband UEFA hatte in dem Verfahren keine Parteistellung.
Wie Martin Wüthrich, Mediensprecher bei der Musik-Urheberrechtsgesellschaft SUISA, sagte, segnet der Entscheid der Schiedskommission die Lizenzgebühren für Bildschirme mit über drei Metern in der Diagonale ab. Unterschieden wird zunächst einmal zwischen Anbietern, die Eintrittspreise und Getränkezuschläge verlangen, und solchen, die das nicht tun.
Für letztere Kategorie kommt die ganze Fussballeuropameisterschaft auf dem Grossbildschirm auf 160 Franken Lizenzgebühr zu stehen. Soviel nämlich kostet die Gebühr für das Public Viewing während dreissig Tagen. Für einen Tag beträgt die Gebühr 60 Franken, maximal jedoch 160 Franken. Diese Beträge gelten auch für Public Viewing anderer Sendungen, etwa eines Schlager-Wettbewerbs.
Erhebt ein Veranstalter Eintrittsgeld oder Getränkezuschlag, liegt die Vergütung zwischen 624 und 2500 Franken im Monat und richtet sich nach der Bildschirmgrösse. Nach Auffassung der UEFA bedarf das Public Viewing auf diagonal über drei Meter messenden Bildschirmen während der EURO einer zusätzlichen Bewilligung des Fussballverbands, wie die SUISA mitteilt.
Für gemeinsames Fussballschauen im Kollegen-, Freundes- und Familienkreis werden keine Lizenzgebühren fällig. Das falle in den privaten Kreis, erklärt Wüthrich. Als Privatsphäre zähle dabei auch ein Grillabend mit Nachbarn im Hinterhof oder auf dem Garagenvorplatz. (sda)