Thomas Feitknecht ist tot

Literatur - Er war der erste Leiter des Literaturarchivs in Bern.

Thomas Feitknecht, der erste Leiter des Schweizerischen Literaturarchivs in Bern, ist nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 71 Jahren gestorben. Bevor sich der gebürtige Berner um die Nachlässe von Autoren kümmerte, war er stellvertretender Chefredaktor des "Bund".

Die Zeitungen "Bund"/"Tages-Anzeiger" und die "Neue Zürcher Zeitung" berichteten am Donnerstag über Feitknechts Tod. Gestorben ist der studierte Germanist und Journalist allerdings bereits am 30. April, wie einer Todesanzeige seiner Familie zu entnehmen ist.
 
1991 wurde auf Anregen hin von Friedrich Dürrenmatt das Schweizerische Literaturarchiv in Bern (SLA) eröffnet, dessen erster Leiter Feitknecht werden sollte. Zuvor wirkte er als Journalist sowie als Mitarbeiter der Schweizerischen Landesbibliothek in Bern.
 
Von der Spitze des Literaturarchivs trat Feitknecht Ende 2005 zurück. Unter seiner Ägide habe das Archiv bedeutende "Dichterbestände aus allen vier Landesteilen" aufgebaut und "mit bemerkenswerten Ausstellungen seine Schätze dem Publikum zugänglich gemacht", schrieb die "NZZ" in ihrem Nachruf. Das SLA verwaltet Vor- und Nachlässe von Autoren wie Peter Bichsel und Adolf Muschg oder Carl Spitteler, Friedrich Glauser und Mani Matter. (sda)