Das Greenfield Festival in Interlaken ist das einzige grosse Schweizer Open Air, das vom 13. bis 15. Juni 2008 komplett während der Fussball-Europameisterschaft stattfindet. Haben Bands wie Linkin Park, die Ärzte oder The Offspring beim Publikum überhaupt eine Chance gegen König Fussball?. "persoenlich.com" wollte von Greenfield-Geschäftsführer Thomas Dürr wissen, welchen Einfluss das sportliche Grossereignis auf das Rock-Festival hat. Das Interview:
Herr Dürr, Sie wagen es gleichzeitig mit der EM in der Schweiz ein Open Air durchzuführen. Mit wie vielen Zuschauer für das Festival rechnen Sie?
Wir gehen davon aus, dass wir fast ausverkauft sind.
Haben Sie sich überlegt, das Open Air auf nach der EM zu verschieben oder im Euro-Jahr gar ausfallen zu lassen?
Das Greenfield Festival ist ein fester Bestandteil der Festivalszene. Es ist undenkbar das zu verschieben.
Welchen Einfluss hatte die EM auf die Programmierung der Konzerte -- wie sehr haben Sie auf die Ansetzung der Spiele Rücksicht genommen?
Wir haben unseren Headliner vom Sonntagabend, Linkin Park, auf vor das Schweizer Fussballspiel verlegt.
Gibt es Bands, die nicht während einem EM-Match auftreten wollen, weil sie sich lieber die EM-Spiele ansehen?
Wir hatten diesbezüglich keine Rückmeldungen erhalten. Backstage sind wir mit Fernsehübertragungsgeräten ausgerüstet. Die Bands und deren Teams können so die Spiele problemlos mitverfolgen.
War es schwieriger, Sponsoren zu gewinnen, weil gleichzeitig die EM stattfindet?
Wir haben in diesem Jahr sogar mehr Sponsoreinnahmen generieren können als in den Vorjahren.
Sind eher die anderen Open Airs in Sachen Sponsoring die grössten Konkurrenten? Wie ist das Verhältnis zu den Kollegen von St. Gallen, Frauenfeld oder dem Gurten?
Mit dem Greenfield Festival und dessen starken Konzentration auf die inhaltliche Ausrichtung, sind wir einzigartig in der Schweiz. Das wird von unseren Sponsoren sehr geschätzt. Wir tauschen uns natürlich mit den anderen Veranstaltern aus, aber teilweise fischen wir im gleichen Teich.
Abschlussfrage: Sie sind als Punk/Rock-Open Air positioniert. Hätten Sie Madonna trotzdem genommen?
Natürlich haben auch wir uns für Madonna interessiert.
(Interview: Stefan Wyss)