TV-Entertainer wird 70

Kurt Felix - Feier im kleinen Kreis.

Der TV-Altmeister Kurt Felix zelebriert seinen 70. Geburtstag am Sonntag, 27. März kaum anders als die Jubeltage der Vorjahre. Ein grosses Fest gibt es nicht. "Ich habe es immer so gehalten: Meine Geburtstage feiere ich nur im engsten Familienkreis", sagt Felix. Sicher dabei sein werden Gattin Paola, die im vergangenen Jahr 60 geworden ist, und Daniel, sein 44-jähriger Sohn aus erster Ehe. Wie jedes Jahr kommt ein Appenzeller-Käsefondue auf den Tisch. "Alle Gäste tunken ihre Brotbrocken hinein, sozusagen als Sinnbild der Zusammengehörigkeit", erklärt der St. Galler gegenüber dpa. Ein gemeinsames Fondue sei der beste Rahmen für gute Gespräche und eine schöne Feier, sagt er. Während seiner Karriere als TV-Moderator war Felix eher der Mann für die grossen Kisten.

Berühmt wurde er in der Schweiz der 70er Jahre mit seiner Spielshow "Teleboy". Die Ausgabe vom 13. September 1975 erreichte gemäss Wikipedia mit 2,073 Millionen Zuschauern die höchste hierzulande je gemessene Zuschauerzahl für eine TV-Sendung. Besonders populär waren die eingestreuten Filme mit der versteckten Kamera. Der verzweifelte Schrei des gefoppten Piloten eines wildgewordenen Modellflugzeugs - "söll emol cho" - ist seit damals Legende. Auch auf der Internetplattform Youtube haben sich schon Zehntausende den alten Clip angeschaut. Nach "Teleboy" (1974-1981) präsentierte Felix in der Schweiz den "Supertreffer" (1987-1991).

Die TV-Karriere des ausgebildeten Lehrers begann 1960 mit einem Nebenjob: Felix, der sich schon als Junge für die Medien interessiert hatte, arbeitete zuerst nebenher als Radio- und Fernsehreporter. 1965 wechselte er ganz zum Schweizer Fernsehen, wo er sich bald eigene Sendeformate ausdenken konnte.

Zelebrierte Zweisamkeit

Ab Beginn der 80er Jahre fasste der TV-Entertainer auch in Deutschland Fuss. Für den Sender ARD entwickelte er "Verstehen Sie Spass?", das er anschliessend während zehn Jahren selber moderierte. Wiederum mit viel Fortüne: Die Sendung mit der versteckten Kamera wurde zur erfolgreichsten TV-Show der Dekade. Ein in die Matterhorn-Nordwand gehängter Zeitungskiosk für Bergsteiger Reinhold Messner war der Lieblingsgag von Kurt Felix: "Er hat sich darüber furchtbar aufgeregt." Ab 1983 stand dem Moderator in den TV-Sendungen seine Gattin Paola zur Seite. In einer Umfrage wurden die Eheleute 1988 zum beliebtesten Moderatoren-Paar der damaligen Bundesrepublik gewählt. Die gutbürgerliche Zweisamkeit trug den beiden immer wieder sanften Spott ein, war aber erwiesenermassen keine Show- Nummer.

Auf dem Höhepunkt ihres Ruhms verabschiedeten sich die beiden 1990 nämlich von der grossen Bühne, um auch im Privaten über mehr Zeit zu zweit zu verfügen. Während einiger Jahre war Felix dann vor allem als TV-Berater, Show-Entwickler und Kolumnist tätig. 2003 erkrankte er allerdings an Krebs, was ihn zwang, die verbliebenen Aufträge grösstenteils abzugeben. Die Krankheit wurde zwar erfolgreich behandelt, doch im vergangenen April erlitt Felix einen Rückfall: "Dass ich topfit und rundum gesund bin, trifft derzeit noch nicht ganz zu", sagt er. Abgesehen von den gesundheitlichen Sorgen geniesst der TV-Altmeister das Rentnerdasein: "Alter bedeutet ein liebenswertes Late-Life mit mehr Platz, weniger Gerangel und mehr Gelassenheit. Ein schönes, interessantes und oft beglückendes Spätleben." (sda)