26.01.2026

Halbierungsinitiative

Über 600 Professoren sprechen sich dagegen aus

Mehr als 600 Professorinnen und Professoren von Schweizer Hochschulen haben sich gegen die Volksinitiative zur Halbierung des SRG-Budgets ausgesprochen. Die Unterzeichner stammen aus allen Sprachregionen und Fachrichtungen, darunter Nobelpreisträger und Fields-Medaillen-Gewinner.
Halbierungsinitiative: Über 600 Professoren sprechen sich dagegen aus
Jacques Dubochet wurden 2017 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet. (Bild: Keystone/Alessandro della Valle)

In einer öffentlichen Erklärung argumentieren die Akademikerinnen und Akademiker, dass unabhängige öffentliche Medien für die Demokratie zentral seien. Internationale Forschung zeige, dass starke Service-public-Medien mit einer besser funktionierenden Demokratie und besser informierten Bürgern einhergehen würden, schreiben die Forschenden.

Die Professoren warnen, dass eine Halbierung des SRG-Budgets zu Einschnitten in den Bereichen Information, Kultur, Bildung sowie bei eigenproduziertem Dokumentar- und Fiktionsinhalt führen würde. Lediglich 12 Prozent des SRG-Budgets fliessen derzeit in eingekaufte Hollywood-Produktionen und Sportrechte.

Angebot in lateinischer Schweiz besonders gefährdet

Besonders gefährdet wäre das publizistische Angebot in der Romandie, der italienischen und der rätoromanischen Schweiz. Derzeit ermöglichen die Gebühreneinnahmen aus der Deutschschweiz, die fast drei Viertel der Gesamteinnahmen ausmachen, ein Angebot in allen vier Landessprachen.

Die Initiative verlangt zudem, dass die SRG ihre Onlineangebote nicht mehr über die Serafe-Abgabe finanzieren darf. Studien aus der Schweiz und anderen europäischen Ländern zeigen laut der Erklärung, dass sich die Mediennutzung bei einer Einschränkung des Service-public-Onlineangebots nicht zu privaten Verlagen, sondern zu Gratisangeboten und sozialen Medien verlagern würde.

Zu den prominenten Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern gehören unter anderem die beiden Nobelpreisträger Jacques Dubochet (Chemie, Université de Lausanne) und Michel Mayor (Astrophysik, Université de Genève), Fields-Medaillen-Gewinner Alessio Figalli (Mathematik, ETH Zürich) sowie Ernst Fehr (Ökonomie, Universität Zürich), Reto Knutti (Klimaphysik, ETH Zürich), Helen Keller (Staats- und Völkerrecht, Universität Zürich), Caspar Hirschi (Geschichte, Universität St. Gallen), Monika Dommann (Geschichte, Universität Zürich), Pascal Sciarini (Politikwissenschaft, Université de Genève), Marius Brülhart (Ökonomie, Université de Lausanne), Gisou van der Goot (Biologie, EPFL) und Denis Lalanne (Informatik, Université de Fribourg). (pd/nil)


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Neue Podcast-Folge: Jetzt reinhören