Übersetzungsfehler in Jobs Biografie

Buchhandel - Deutsche Fassung weist peinliche Fehler auf.

Seit drei Monaten steht die Steve-Jobs-Biografie in den hiesigen Bücherregalen. Seither steht das Buch über die Lebensgeschichte des Apple-Gründers stets in den vorderen Rängen der Bestseller-Listen. Aber, wie die "Bild"-Zeitung nun berichtet, hat das Buch nicht nur Fans. Der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) in Sachsen kritisiert die deutsche Fassung des Buchs.

Sechs Übersetzer hätten an dem Buch gearbeitet und dabei peinliche Patzer gemacht. Aus Silizium wurde da mal eben Silikon, aus einem Silvesterknaller gar Sprengstoff. Gleich im ersten von 41 Kapiteln der ersten Auflage findet der Leser merkwürdige Sätze wie diesen: Für Steve Jobs beginnt der Aufstieg zum strahlenden Olymp der Erfinder mit dem Bericht über zwei Elternpaare und die Kindheit in einem Tal, das gerade lernte, wie man Silikon in Gold verwandelt."

Sein Aufstieg beginnt mit dem Bericht über zwei Elternpaare? Ein Tal, in dem Silikon in Gold verwandelt wird? Dabei geht es gar nicht um die Pornoindustrie, die Steve Jobs revolutionierte. Wie kann so etwas passieren, in einem der grössten Verlage der Welt bei der „Veröffentlichung des Jahres“, fragt die deutsche Boulevard-Zeitung? Dazu Übersetzer Alexander Heyne: "Das englische silicon (Silizium) und der deutsche Begriff Silikon sind sogenannte 'falsche Freunde', auf die man schon im Übersetzerstudium hingewiesen wird."

Ein Einzelfall auf einer von über 700 Seiten? Keineswegs. Kapitel für Kapitel werden weitere sprachliche Salven abgefeuert. Über Steve Jobs' Schulzeit und gewisse "Streiche" erfährt man: "Einmal brachten wir unter dem Stuhl unserer Lehrerin Mrs. Thurman Sprengstoff an. Das hat sie wirklich fertiggemacht." Der Autor Walter Isaacson schrieb im Original: "One time we set off an explosive under the chair of our teacher, Mrs. Thurman. We gave her a nervous twitch." Sprengstoff unter dem Stuhl der Lehrerin gezündet? Ganz so schlimm war es dann aber wohl doch nicht. „Bei dem 'Sprengstoff' wird es sich wohl um einen simplen Knallkörper gehandelt haben, sagt Alexander Heyne. ("Bild")