Universität Bern ist neu drittgrösste des Landes

Bildung - Erschwerte Zusammenarbeit mit Forscherkollegen aus dem EU-Raum.

Mit 17'350 Studierenden ist die Universität Bern neu die drittgrösste im Land, nach Zürich mit seiner Universität und der ETH. Am Montag beginnt das neue Semester mit rund 2450 Bachelor-Neulingen. Am meisten Neuanmeldungen gebe es in der Philosophisch Naturwissenschaftlichen Fakultät, sagte Bruno Moretti, Vizerektor Lehre am Donnerstag vor den Medien.

Rektor Martin Täuber blickte auf ein ereignisreiches Universitätsjahr zurück. Stolz zeigte er sich vor allem darüber, dass die Universität Bern zwei der acht Nationalen Forschungsschwerpunkte zugesprochen erhielt.

Neben den Nationalen Forschungsschwerpunkten ist die Universität auch auf Drittmittel angewiesen, wie Täuber betonte. Vergangenes Jahr konnte die Berner Bildungsinstitution rund 234 Millionen Franken einwerben. Davon stammen 74 Millionen Franken vom Nationalfonds und 9,2 Millionen Franken von der Europäischen Union.

Verstimmungen mit der EU
Die gegenwärtigen Verstimmungen mit der EU nach der Annahme der SVP-Zuwanderungsinitiative machen sich allerdings bemerkbar. Nicht nur die beschränkte Möglichkeit, Mittel einzuwerben, sondern auch die unterbrochene Zusammenarbeit mit Forscherkollegen aus dem EU-Raum gefährdeten die Vitalität und Innovation der Forschung, führte Täuber aus.

Wenn einmal aufgebaute Kontakte und Netzwerke verloren gingen, würde es auch nach einer Normalisierung der Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU Jahre dauern, alles wieder aufzubauen. Täuber sprach davon, dass in Einzelfällen Zusammenarbeiten mit Partnern in der EU nicht zustandegekommen seien. Die Situation habe sich aber etwas beruhigt.

Beim Erasmus-Programm habe die Universität Bern mit allen 250 Partneruniversitäten direkt verhandelt, um die Mobilität der Studierenden sicherzustellen. Die überwiegende Mehrheit der Partner habe sich bereit gezeigt, weiterhin Studierende auszutauschen, führte Moretti aus. Bei den Anmeldungen für das kommende Semester verzeichnete die Universität Bern keine Einbrüche. (sda)