Vater der "Grammys" gestorben

Los Angeles - Pierre Cossette brachte Musik-Preis ins TV.

Der legendäre kanadische Musikproduzent Pierre Cossette, Vater der Grammys, ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Er erlag in einem Spital in Montréal einem Herzversagen, wie die Grammy-Akademie in Los Angeles am Freitag mitteilte. Cossette hatte Anfang der 70er Jahre die Verleihung der begehrten Grammy-Musikpreise ins Fernsehen gebracht und damit populär gemacht. Er produzierte die Show 35 Jahre, ehe er den Stab 2005 an seinen Sohn weitergab.

Die 1959 ins Leben gerufenen Grammys wurden jahrelang bei einer internen Zeremonie für die Musikbranche verliehen. Als Cossette den Fernsehverantwortlichen seine Idee vortrug, die Musikpreise nach dem Vorbild der Oscars und Emmys bei einer TV-Show zu vergeben, stiess er zunächst auf Skepsis. "Rock'n'Roll war damals nicht wirklich ein akzeptables Format fürs Fernsehgeschäft", erzählte er später. "Die Antwort war: Wir wollen diese Langhaarigen mit ihren Ohrringen und Pfennigabsätzen und Make Up nicht bei uns im Sender." Für 150'000 Dollar kaufte Cossette schliesslich die Fernsehrechte und machte die Übertragung zu einer der beliebsten Preisshows im US-Fernsehen.

Daneben produzierte er zahlreiche andere Musikshows und -serien etwa mit Andy Williams, Sammy Davis Jr., Glen Campbell und Sha Na Na. Regelmässig war er auch erfolgreich am Broadway tätig. Auf dem Hollywood Walk of Fame ist er mit seinem Stern vertreten. (sda)