Virtueller Star füllt Konzerthallen

Hatsune Miku - Synthesizerstimme erobert weltweit Fans.

Hatsune Miku, eine nur virtuell existierende Sängerin, ist einer der grössten Stars in Japans Musikszene. Die Konzerte der computergenerierten Pop-Prinzessin mit der Stimme aus dem Synthesizer sind immer ausverkauft. Die Songs des berühmten Hologramms werden von den Fans geschrieben. Die beliebtesten Lieder stammen aus den Federn von über 20 Anhängern von Hatsune. Für die jüngsten vier Konzerte der projizierten Diva in Tokio wurden innerhalb weniger Stunden 10'000 Karten verkauft, berichtet die Huffington Post. Auch in Los Angeles gab es schon Live-Auftritte.

Für die Konzerte in Tokio sind Fans aus der ganzen Welt nach Japan gereist. Trotz der saftigen Eintrittspreise von rund 60 Euro pro Kopf konnten die Veranstalter neben den Stadion, in denen Hatsune auf die Bühne projiziert wurde, auch noch 24 Kinosäle mit Live-Übertragungen füllen. Einige Fans verkleiden sich mit Vorliebe als Hatsune, um ihre Bewunderung für die Kunstfigur auszudrücken. Die Organisatoren der Konzerte haben verlautbaren lassen, dass die Konzerte in der japanischen Hauptstadt vielleicht die letzten Shows von Hatsune Miku waren. Eine wirkliche Begründung haben sie nicht geliefert. An mangelnder Popularität kann es nicht liegen. Auch in Shanghai Hongkong und Taiwan lockten die Übertragungen der Konzerte massenhaft Fans vor die Leinwände, die Teilweise sogar aus Australien angereist waren.

Durch die Kreativität komponierender Fans hat es Hatsune Miku in manchen Online-Umfragen an die Spitze der Wunschliste für Künstler zur Eröffnung der olympischen Spiele geschafft. Ob die Erfinder des Retorten-Popstars bei so viel Fan-Unterstützung der Versuchung weiterer gewinnversprechender Konzerte widerstehen können, ist fraglich. (pte)