Die Medien seien schuld, dass es in der Wirtschaftswelt so wenig Chefinnen hat. «Ich war gerade wieder an einer Pressekonferenz und die einzige Frau im Raum. Letzte Woche auch. Vorletzte Woche auch. Und vor 20 Jahren auch», schreibt Patrizia Laeri, Moderatorin von «SRF Börse» und «Eco», in einer «Blick»-Kolumne.
Der Wirtschaftsjournalismus sei fest in Männerhand. «Und Männer schreiben wiederum vor allem über Männer. Nicht aus bösem Willen, sondern weil es menschlich ist», so Laeri. Es seien vor allem Wirtschaftsjournalistinnen, die weibliche Vorbilder ausgraben würden. Nur gebe es nicht so viele Wirtschaftsjournalistinnen. Die Folge davon: 80 Prozent der Personen, über die im Wirtschaftsteil geschrieben werde, seien männlich. «Wer unsichtbar ist, kommt nirgendwo hin.»
Und das Problem widerspiegle sich selbst auf Wikipedia. Artikel im Online-Lexikon müssten nämlich mit Medien-Artikeln belegt werden, schreibt die Ökonomin weiter. Nur gebe es dort eben wenig Artikel über Frauen – und wenn doch, dann kürzer. «Deshalb müssen wir Medien den Frauen endlich die Stimme geben, die sie verdienen», so Laeris Forderung. (cbe)