Weltpresse würdigt Hayek

Medien - "Europäischer Steve Jobs".

Der Tod von Nicolas G. Hayek ("persoenlich.com" berichtete)hat weltweit ein grosses Medienecho hervorgerufen. Die Kommentare würdigten insbesondere das Charisma und die vielen Talente des Uhrenpatrons. Der verstorbene Präsident des Uhrenkonzerns Swatch "war eine schillernde Figur mit einem schelmischen Humor", schreibt die "New York Times" am Dienstag. Die Ironie sei, dass Hayek seinen Weltkonzern begründete, nachdem er beauftragt worden war, bei der Auflösung der Schweizer Uhrenindustrie mitzuhelfen.

Die Schweiz sei kein Land, dass den Personenkult pflege, schreibt die spanische "El Pais" zu Hayek. Aber manchmal steche eine Persönlichkeit aus der Masse heraus. "Mit der Zeit wurde er einem Vater der Nation immer ähnlicher." Für die "Süddeutsche Zeitung" war Hayek ein Unternehmer mit "bunter Biographie und verrückten Ideen" sowie ein "Dynamiker". "Er gehörte zu denjenigen, die Spuren hinterlassen, war einer von denen, die für ihre Ideen bis zum Umfallen kämpfen", heisst es in der Online-Ausgabe.

Der Tod von Hayek beraube der Schweiz einer ihrer wichtigsten Wirtschaftsführer, stellt die "Financial Times" fest. Die Wirtschaftszeitung ruft ihn Erinnerung, wie der Firmenchef manchmal in letzter Minute die Präsentation der Unternehmenszahlen verschob, um Hedge-Funds-Manager zu überraschen. Obwohl der Verstorbene respektiert worden sei, habe er nie die volle Anerkennung der Schweizer Wirtschaftselite gewonnen, glaubt das "Wall Street Journal Europe".

Angeeckt habe Hayek mit seiner hemdsärmeligen Vorgehensweise und kritischen Kommentaren zu anderen Topmanagern, denen er mangelnden Unternehmergeist vorgeworfen habe. "Dies machte Hayek aber populär in der Schweizer Öffentlichkeit." Die Internet-Ausgabe der französischen Zeitung "Les Echos" sieht in Hayek gar einen "europäischen Steve Jobs", wenn auch menschlich wärmer und kosmopolitischer als der Chef des US-Computerkonzerns Apple. Hayek habe bewiesen, dass jede Industrie in Europa eine Zukunft habe, als er seinen Uhrenkonzern aufbaute, während die Schweizer Uhrenbranche im Niedergang war.