Würdigungen von allen Seiten

Claude Nobs - Auch Kulturminister Alain Berset mit Hommage.

Der Kulturminister, arrivierte Jazz-Musiker und junge Stars: Sie alle haben dem am Donnerstag verstorbenen Festivalgründer Claude Nobs Ehre erwiesen. In Bern würdigte Kulturminister Alain Berset den langjährigen Chef des Montreux Jazz Festivals (MJF). "Hommage an Claude Nobs, der die Schweiz und die Welt den Jazz hat entdecken lassen", schrieb Berset - selber Jazzmusiker - am Freitag auf Twitter. Später berief er im Bundeshaus die Medien ein. Für die Schweiz, die Musik und den Jazz sei der Tod von Nobs ein grosser Verlust, erklärte Berset.

"Seine Leidenschaft hat am Genfersee dieses kleines Wunder ermöglicht, das Montreux Jazz Festival", sagte der Kulturminister weiter. Nobs habe es aus dem Nichts heraus geschaffen und zu grossem internationalen Renommée geführt. "Sein Erbe ist riesig", betonte Berset. Das Festival sei eine Institution geworden und werde sicherlich weiterleben. Berset selbst ist seit 20 Jahren regelmässiger Besucher an den Ufern des Léman, wenn die Musikgrössen aufspielen. In sozialen Netzwerken bekundenten zahlreiche Stars ihre Trauer über den Tod des Festivalgründers. "Die Welt wird dich vermissen, Claude. Deine Leidenschaft für die Musik und das Jazz Festival war ansteckend. Ruhe in Frieden", schrieb die britische Sängerin Amy Macdonald, die dazu ein Bild von Nobs und ihr publizierte.

Altmeister und Jungspund

Der US-Musiker und Produzent Quincy Jones verlor Nobs einen "Bruder und Freund" verloren, wie er mitteilte: "Es gibt keine Worte um die tiefe Trauer auszudrücken, die mein Herz erfüllt." "Claude war während seines gesamten Lebens ein Freund des Jazz und aller Künstler, die diesen spielten. Seine Liebe für unsere Musik und die Musiker führten zur Gründung des Jazz Festivals Montreux, das ich als Rolls Royce der Festivals betrachte", erklärte Jones. Er habe "eine Million grosser Erinnerungen" an die Zeit, die er mit Nobs in Montreux verbracht habe, schrieb der 79-jährige Musiker. Zu seiner schriftlichen Hommage an den Festivalgründer publizierte er Bilder und Zeichnungen. "Es wird schwer, sich vorzustellen, dass Claude nicht mehr da ist" hielt Jones weiter fest.

Auch der 21-jährige Westschweizer Sänger Bastian Baker würdigte Nobs - und bedankte sich posthum bei ihm: "Hommage. An den Mann, der eines Abends im April an diesen jungen Deppen hier glaubte. An dem Mann, der dem Jungen half, sich zu entfalten. An den Mann, der immer gute Ratschläge gab", schrieb Baker auf Twitter.

Wir verlieren ein Phänomen

Der Gründer des Paléo Festivals und Bürgermeister von Nyon, Daniel Rosselat, würdigte Nobs als "Meister des Show-Business". Nobs habe Montreux auf der Weltkarte sichtbar gemacht. Pierre Keller, ehemaliger Direktor der Kunsthochschule ECAL und ein langjähriger Freund von Nobs erklärte: "Wir verlieren ein Phänomen." Die Stadt Montreux, wo Nobs Ehrenbürger war, legte ein Kondolenzbuch auf. Jede und jeder könne hier einige Erinnerungen an den MJF-Gründer niederschreiben, hiess es in einem Communiqué: "Claude Nobs hat so hart für Montreux und die internationale Ausstrahlung der Stadt gearbeitet. Sein Werk ist unermesslich!" (sda)