Das Internationale Comix-Festival Fumetto in Luzern wartet erneut mit einem breiten, die Bildergeschichten sprengenden Programm auf. Fumetto, das vom 28. März bis 5. April stattfindet, habe einen weitgefassten Comic-Begriff, sagte Festival-Direktor Lynn Kost am Dienstag den Medien. Neben dem Zeichnen und den Geschichten nehme es sich auch dem bildenden Kunstschaffen an. Das Hauptprogramm besteht aus 18 Ausstellungen. Dazu kommen 58 Satellitenausstellungen in Läden und Restaurants sowie Theater, Workshops, Vorträge, Führungen und ein Kinderprogramm.
Stargast ist der Brite David Shrigley. Er zeigt auf engstem Raum 800 seiner mit krudem Strich gezeichneten Bilder. Die Überforderung der Besucher sei Teil des Konzeptes, sagte Kost. Als Artist in Residence engagierte Fumetto den Franzosen Blutch. Blutch wird sich in dieser Funktion zeichnerisch mit Luzern auseinandersetzen. Erstmals sind Zeichner aus Japan, das mit Manga eine eigene Comic-Tradition pflegt, zu Gast. Yuichi Yokoyama entwickelte aus Manga seine eigene Bilderwelt. Diese wird am Festival der des Manga gegenübergestellt. Daisuke Ichiba dringt mit seinen Zeichnungen, Holzschnitten und Fotos tief in die Abründe der Seele vor. Mark Newgarden, der auch für die New York Times zeichnet, zeigt seine Cartoons unter dem Titel "Was ist lustig?". Tiefgründig, aber liebevoll kaschiert, ist die Wunderwelt der Kanadierin Geneviève Castrée. Eigentliche Comic-Romane zeichnet Rutu Modan aus Israel.
Neben etablierteren Zeichnern findet auch der Nachwuchs im Hauptprogramm Platz. Der Urner Grafiker und Illustrator Luca Schenardi kommt am Fumetto nicht nur zu einer Einzelausstellung, er kann auch sein erstes Buch publizieren. Gezeigt werden auch Werke der Finnin Amanda Vähämäki. Sie hatte 2005 den Fumetto-Wettbewerb gewonnen. Vom Wettbewerb 2009 zum Thema "Virus" werden die 45 besten der insgesamt 680 Einsendungen ausgestellt. Weiter im Hauptprogramm sind der US-Verlag Picture Box, aus Belgien Ever Meulen, aus den USA Mat Brinkman, aus Kanada Shary Boyle, aus Belgien Ever Meulen und aus der Schweiz das Elvis Studio, Aubry/Broquard, Alex Baladi und Luzerner Kunststudenten.
Vier Projekte des Rahmenprogramms finden auf der Bühne statt. Das Luzerner Theater zeigt die Operette "Der Vogelhändler", für die der Comic-Zeichner Henning Wagenbreth das Bühnenbild kreierte. Die Tanz-Performance "Fly Girl" von Marie-Caroline Hominal entstand aus einem Comic. Weitere Produktionen sind "Das perfekte Verbrechen" und "Reality Show". Beide Projekte loten die Grenzen zwischen Realität und Fiktion aus. (sda)