Zwischen Voyeurismus und Exhibitionismus

Bieler Fototage - "Sehen und gesehen werden".

Die Bieler Fototage widmen ihre 16. Ausgabe dem Voyeurismus, Exhibitionismus und der Überwachung. Ab (morgen) Freitag präsentieren 23 Ausstellungen die mannigfachen Beziehungen zwischen dem fotografierenden Beobachter und seinem Objekt. "Sehen und gesehen werden" lautet das Motto. Das Internet bildet einen Bilderraum, der sich sehr schnell ausdehnt - durch die Einspeisung von Fotos in Soziale Netzwerke, Hinaufladen von Videos auf Plattformen oder Live-Übertragungen von Webcams. Digitale Techniken erlauben, in die Privatsphäre von Unbekannten einzudringen und/oder sich in Szene zu setzen.

Sind Überwachungskameras demokratische Sicherheits-Wächter oder leicht zu missbrauchende Herrschaftsinstrumente, haben sich die Veranstalter gefragt. So zeigt der britische Video-Filmer Timo Arnall beispielsweise, wie Analysetechnologien wie Gesichtserkennungs-Programme oder elektronische Verkehrsregelung den Alltag erobern. Der Genfer Nicolas Righetti demonstriert, wie der syrische Präsident Baschar al-Assad sein Volk als "Big Brother" überwacht. (sda)