Werbevermarkter, private TV und Radios, Agenturen und Verlagshäuser ärgern sich über das Joint Venture von Swisscom, SRG und Ringier. Nun ist eine Gegenoffensive gestartet.
Neben der wettbewerbsrechtlichen Prüfung soll der Angriff auch über das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) geführt werden. Dort gingen diese Woche entsprechende Eingaben ein, die der "Schweiz am Sonntag" vorliegen, wie die Zeitung schreibt.
Darin lässt sich Schlachtplan für den juristischen Kampf gegen das Joint Venture erkennen. Im Visier stehen die "Daten des Marktbeherrschers Swisscom". Beim Bakom läuft der Angriff jedoch gegen die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG). Aus taktischen Gründen.
Gegner wollen Monopol verhindern
Das Bakom hat über die Geschäftstätigkeit der SRG zu wachen. Per Gesetz muss diese so geschäften, dass sich private Konkurrenten entfalten können. Das sehen die Joint-Venture-Gegner gefährdet. Sie beantragen, das Bakom solle der SRG die Teilnahme am Joint Venture untersagen.
Diese Forderung ist nicht das eigentliche Ziel. Vielmehr sollen die Daten gemäss "Schweiz am Sonntag", die SRG und vor allem die Swisscom in das Joint Venture einbringen, allen Konkurrenten zugänglich gemacht werden.
Zudem solle die SRG dafür sorgen, dass auch die Swisscom ihre Daten freigebe. Mit einer neuen juristischen Strategie soll die Herausgabe der Daten erzwungen werden.
Der Swisscom-Datenpool in der Schweiz sei so entscheidend, dass das Joint Venture von Anfang an "einen nicht angreifbaren Wettbewerbsvorteil" haben werde. Damit es in der Schweiz noch Wettbewerb gäbe, müsse die Konkurrenz die gleichen Swisscom-Daten bekommen, wie SRG und Ringier im Joint Venture. (pd)