Der Konkurrenzkampf in der Werbebranche ist gross. Wer überzeugt mit den besten Ideen? Wer zeichnet für die orginellste Kampagne verantwortlich? Einmal im Jahr zählt im Vergleich zwischen den Agenturen jedoch nicht der kreative Erguss; vielmehr ist mit Technik, Schusskraft und Ausdauer zu punkten. Der alljährliche AZ Cup, bei dem sich Werber auf dem Fussballplatz messen, ist mittlerweile zur Tradition geworden. Doch damit soll zumindest in diesem Jahr gebrochen werden. "In den vergangenen Sitzungen zur Jahresplanung 2015 wurde intern beschlossen, dass wir das Gesamtkonzept überdenken möchten und wir den AZ Cup neu alle zwei Jahre durchführen", teilt die Veranstalterin, das AZ-Medienhaus, den Werbeagenturen mit.
Für die Werber ein herber Verlust, sei der Anlass doch weit mehr als das blosse Wetteifern um Tore: "Für uns ist er Bestandteil unserer Mitarbeiterkultur", so Yves Rückert, Beratungsgruppenleiter bei Wirz und Captain des Teams Wirz United 1936. Genauso wichtig wie das Turnier selbst sei auch der Weg dahin: "Bei Wirz führen wir regelmässige Trainings und Freundschaftsspiele durch. Auch das hat Tradition". Gerade neuen Mitarbeitern erleichtere man durch solche Events die Anbindung an den Arbeitgeber. Dieses Jahr ohne ein Ziel zu trainieren, mache nur halb so viel Spass.
Auf Anfrage von persoenlich.com liess das AZ-Medienhaus durchblicken, dass das Fussballturnier mit grossem personellen und finanziellem Aufwand verbunden sei. 2016 werde das Turnier aber im gleichen Rahmen fortgeführt. Yves Rückert kann das verstehen: "Ich rege an, die Finanzierungsmöglichkeiten noch einmal zu prüfen. Beispielsweise kenne ich neben dem AZ Cup kein Grümpelturnier, an welchem Teams einfach so gratis teilnehmen können." Er hoffe, dass der Verlag noch einmal auf seinen Entscheid zurückkomme.
Sollte dies nicht gelingen, ist man bei Wirz bestrebt, eine Alternativlösung zu finden: "Zusammen mit zwei weiteren namhaften Agenturen überlegen wir uns, für 2015 allenfalls eine Ausweichmöglichkeit anzubieten. Die Ideen reifen", verrät Rückert. Ein offizielles Treffen habe aber bisher noch nicht stattgefunden.
Text: Nicolas Brütsch / Bild: z.V.g.