"DEUTSCH & DEUTLICH" über Werber und "Best Agers"

Fibo Deutsch - Die über 50-Jährigen warten nicht nur auf ihre eigene Beerdigung!

Fibo Deutsch, regelmässiger Kolumnist im SonntagsBlick, hat in seiner letzten Kolumne eine Lanze für die von den Werbern vernachlässigte Zielgruppe der über 50-Jährigen gebrochen. "persoenlich.com" veröffentlicht sie als kleinen Gedankenanstoss:

"Werberinnen und Werber: Sie machen uns weis, dass sie nicht nur das saftgrüne Gras des Kommerzes wachsen hören, sondern auch voraussehen, wo und wie es wächst. Mit der Gestaltung von Anzeigen und Fernseh-Werbespots setzen sie Trends, definieren Märkte und Zielgruppen und beeinflussen so wiederum die Entwicklung von Produkten und die Ausrichtung von Fernseh- und Radioprogrammen mit. Sie sagen uns, was 'in' ist, was sich verkaufen lässt und sie haben die Gesamtheit der Konsumenten seit langem auf die so genannte 'werberelavante Zielgruppe' von 15? bis 49-Jährigen reduziert. Über 50 ist für sie in erster Linie das Warten auf die eigene Beerdigung.

Alles falsch, die Werber irren! Die Demografen können es beweisen, die Marktforscher können es belegen und der gesunde Menschenverstand sagt es uns: Die Jungen werden zahlenmässig immer weniger, die Älteren immer mehr. Der Werbemarkt der Zukunft ? und zum Teil bereits der Gegenwart ? sind die über 50-Jährigen. Im Rahmen der Münchner Medientage, einer hochkarätig besetzten Fachtagung, sprachen Medienexperten letzte Woche Klartext: Ein Milliardengeschäft wird vernachlässigt. Die Menschen würden heute länger leben, seien im Alter vitaler, würden mehr Geld ausgeben, seien dank ihrer Erfahrung zwar kritischer, aber auch anspruchsvoller. Dies gilt selbst für die Nutzung neuer Medien. Die grössten Zuwachsraten bei Internetbenutzern liegen bei den über 50jährigen, sie kaufen auch schon bedeutend häufiger über das Netz ein als die Jüngeren.

Warum wollen denn viele Werber die neue Entwicklung immer noch nicht zur Kenntnis nehmen? Die Antwort der Münchner Experten: Die meisten Werbekonzepter, Mediaplaner und Produkteentwickler sind selbst jung, orientieren sich vorwiegend an den eigenen Kreisen und können sich nicht in die Welt der Älteren hineinversetzen.