"Diana Strebel, warum Scholz & Friends?"

- Diana Strebel (Bild) hat neu im Verwaltungsrat der Zürcher Niederlassung von Scholz & Friends Einsitz. Das gleiche Amt hat sie auch bei Wunderman, wo sie zuletzt als CEO und VR-Delegierte tätig war. Wie vermeidet sie Interessenkonflikte? Was reizt sie an Scholz & Friends? Und wie steht es um die Agentur? Diese und weitere Fragen sandte "persoenlich.com" nach Kalifornien, wo Diana Strebel sich derzeit aufhält. Ihre Antworten:

In San Francisco ist es jetzt sieben Uhr morgens. Stehen Sie immer so früh auf?

Ich bin eine Frühaufsteherin. Morgens sind die Gedanken sehr klar, das zeigt sich beim Arbeiten als besonders produktive Zeit.

Warum Scholz & Friends?

Da ich in keiner Agentur operativ mehr tätig bin und auch nicht vor habe, in nächster Zeit wieder ins Agenturleben reinzugehen, war für mich die Möglichkeit gegeben, Verwaltungsrats-Mandate anzunehmen. Dies wollte ich sowohl für eine klassisch orientierte Brand wie Scholz & Friends als auch für eine Nichtklassische Agentur wie Wunderman, die sich gegenseitig nicht wehtun.

Man nimmt die Agentur in Zürich nicht sehr stark wahr. Müssen Sie Entwicklungshilfe leisten?

Scholz & Friends Zürich hat gut gestartet, dies allerdings in einer konjunkturell schwierigen Zeit. Ich bin überzeugt, dass die Kernkompetenzen und die Talente, die sich in der Agentur, im Brand und im Netzwerk vereinen, ein Offering darstellt, das vom Markt nachgefragt wird. Natürlich geht es um Entwicklung der Agentur zum heutigen Zeitpunkt. Ich befinde mich allerdings in bester Gesellschaft. Mit Yvonne Hodel und den beiden Geschäftsführern Christian Binder und Günther Schneider sind wir zusammen ein Power-Packet.

Welches sind denn genau Ihre Aufgaben, was erhofft man sich von Ihnen?

Wir arbeiten primär im Hintergrund und knüpfen auf der persönlichen Ebene Kontakte und bringen möglichen Auftraggebern die Agenturmarke, ihre Philosophie und ihre Leute näher. Da ich ein grosses Beziehungs-Netz habe, stelle ich dieses gerne in den Dienst von Scholz & Friends. Allerdings bin ich auch von dieser Agentur und ihrer Zukunftschance überzeugt, sonst würde ich mich nicht in der From engagieren. Dasselbe gilt selbstverständlich auch für die Customer Dialog Agentur Wunderman, die ich ebenfalls als Verwaltungsrats-Mitglied repräsentiere.

Scholz & Friends wirken hier weiterhin etwas geheimnisvoll. Was gibt es ein Dreivierteljahr nach Markteintritt für Neuigkeiten?

Wenn Scholz & Friends etwas geheimnisvoll wirkt, finde ich das gar nicht so schlecht. Das heisst, man hat von ihr in Zukunft noch einiges zu erwarten. Und das trifft auch zu. Wir betreiben nicht in erster Linie PR, um dann Wahrnehmung ohne Inhalte zu erzielen. Das überlassen wir einigen anderen Branchenkollegen. -- Nein, nein. Es gibt uns. Wir sind am Arbeiten. Wir sind nicht auf Lautstärke, Eintagsfliegen und Kurzzeiten programmiert.

Vom Powerade-Budget erhoffte sich die Agentur, es sei nur der Anfang für eine vertiefte Zusammenarbeit mit Coca-Cola. Hat sich das bewahrheitet?

Scholz & Friends Zürich hat ihren Markteintritt nicht auf einem einzigen Kunden basiert. Das wäre nicht seriös. Wir sind in verschiedenen Unternehmen drin mit Projektaufgaben und betrachten dies als Chance, als Bewährungszeit und als Überprüfung unserer Leistungen. Wir wollen diese Kontakte nicht mit voreiligem PR-Verhalten gefährden. Das ist uns nicht so wichtig.

Sie sitzen weiterhin im Verwaltungsrat von Wunderman ein. Wie umgehen Sie Interessenkonflikte?

Ich habe mit beiden Häusern über meine beiden Engagements gesprochen. Man war mit mir der Meinung, dass sich die unterschiedlich positionierten Agenturen nicht wehtun. Sollte dies einmal der Fall sein, so würde ich keine aktive Beziehungsrolle oder strategische Mitarbeit für eine der beiden tun. Wir haben uns bisher mehr darüber unterhalten, ob es sogar gemeinsame, ergänzende Möglichkeiten der Zusammenarbeit geben könnte.

Man kennt sie als überaus aktiv. Nun haben Sie sich bei Wunderman nach nur rund einem Jahr aus dem Operativen wieder zurückgezogen. Wie schlagen Sie die Zeit zu Tode?

Nun, Ferien habe ich keine. Ich mache zur Zeit das MBA und habe auch einige private Mandate als Strategie-Coach in Unternehmen. Beides tue ich mit neuer Begeisterung und Freude. Meine Pläne sehen vor, dass ich so gegen Frühling nächsten Jahres mir über meine zukünftig berufliche Ausrichtung klarwerden möchte. Es ist noch alles offen. Das Feuer muss einfach wieder dasein für das, was ich tue. Was immer das sein wird.

Noch eine Frage am Rande: Als Vorgängerin von Cornelia Harder kennen sie Publicis sehr gut. Wie beurteilen Sie Ihren Abgang?

Ich habe da meine Meinung. Und die behalte ich für mich.