Die Werberin macht jetzt Theater

Nadine Borter - Ein ehrenvolles Amt: Nadine Borter wird Stiftungsratspräsidentin von Konzert Theater Bern und damit Nachfolgerin von Benedikt Weibel. Die 42-jährige Besitzerin und Chefin der Berner Werbeagentur Contexta soll für frische Impulse sorgen.

Der Berner Gemeinderat hat Nadine Borter zur Stiftungsratspräsidentin von Konzert Theater Bern (KTB) und somit zur Nachfolgerin von Benedikt Weibel gewählt. Der langjährige SBB-Chef trat bereits Ende 2016 als KTB-Präsident zurück. 

Der neue Stadtpräsident Alec von Graffenried erklärte wenige Wochen nach seiner Wahl, ihm schwebe «in erster Linie eine junge Frau» als Weibel-Nachfolgerin vor. Fündig wurde er in der Werbeszene – am Donnerstag konnte er den Medien Nadine Borter präsentieren. Borter wurde 2011 als Werberin des Jahres ausgezeichnet (persoenlich.com berichtete).

Geordneter Übergang

Die Geschäftsführerin und Inhaberin der Berner Kommunikationsagentur Contexta wird bereits per 1. April 2017 im Stiftungsrat Einsitz nehmen. Das Präsidium übernimmt sie nach einer Einarbeitungszeit im kommenden Jahr. Bis dahin wird Marcel Brülhart den Stiftungsrat weiterhin interimistisch leiten. Dieses Vorgehen ermögliche einen geordneten Übergang, sagte von Graffenried. 

Märkis Zukunft

Fünf Jahre nach dem Zusammenschluss von Stadttheater und Symphonieorchester sei man zudem daran, die Strukturen von KTB zu optimieren. Vor allem aber sei dieses Jahr noch zu klären, wie sich die Führungsebene künftig zusammensetze.

Intendant Stephan Märki hat einen Vertrag bis 2019. Wie es danach weitergeht, soll bis Mitte dieses Jahres geklärt sein, wie Brülhart auf Nachfrage sagte.

Von der Konsumentin zur Präsidentin

Die Wahl von Nadine Borter zur KTB-Präsidentin ist keine Überraschung. Mehrere Berner Medien haben die Personalie vorweggenommen. Stadtpräsident von Graffenried hält Borter für geeignet, um die Herausforderungen der grössten Berner Kulturinstitution zu meistern – dazu zähle, die nächste Generation für Theater und Konzert zu gewinnen und zugleich das Stammpublikum zu behalten. Borter verfüge über langjährige Führungserfahrung, sie sei kulturaffin und eine ausgezeichnete Kommunikatorin.

Borter selber sagte, sie freue sich sehr über die Wahl. Zur Vereinbarkeit mit ihren Aufgaben bei Contexta sagte sie in einem Interview mit der «Berner Zeitung»: «Die Agentur besteht ja nicht nur aus mir, da sind viele Mitarbeiter, und ich kann mir die Zeit nehmen, die das Stiftungspräsidium erfordert. Ich habe Ja gesagt, also mache ich es auch». 

Es sei ja kein operatives Amt, sondern ein Stiftungsratsmandat, daher sei der Aufwand sehr schwankend. (sda/cbe/eh)