Digitalagenturen in der Schweiz locken mit interessanten Benefits, um Talente zu ködern: Acht Wochen zusätzlich bezahlte Elternzeit, kostenlose Yogastunden oder ein Velohelm (persoenlich.com berichtete). Vor allem Gratis-Abos und mindestens fünf Wochen Ferien ist Usus bei den Medienhäusern. Und was haben die grossen Schweizer Werbeagenturen zu bieten?
Der Blick auf die Tabelle (siehe oben) ist jedoch etwas trügerisch. Vier von fünf Agenturen deklarieren offiziell 40 Stunden Arbeitszeit pro Woche. Dies variiere jedoch sehr stark, je nach Auftragsvolumen, heisst es unisono. Jedoch werden die Mitarbeiter in den meisten Agenturen ermutigt, in Zeiten mit geringerem Arbeitsvolumen auch mal früher zu gehen.
Contexta
«Benefits wie Beteiligungen an Weiterbildungen, an Mobilitätskosten und das Angebot zur Teilzeitarbeit gehören natürlich auch bei der Contexta zum Standard. Wir setzen aber auch viel auf unsere Eigenheiten: Wir sind inhabergeführt und unabhängig, können daher eigene Wege gehen und uns flexibler zeigen in der Förderung individueller Motivation und dem Eingehen auf persönliche Bedürfnisse. Heisst, vieles ist schlicht auch Verhandlungssache, an deren Ende zum Beispiel auch ein sechsmonatiger Mutterschaftsurlaub für eine Mitarbeiterin stehen kann. Nicht verhandelbar, aber vielleicht dennoch aussergewöhnlich: die tollen Räumlichkeiten direkt an der Aare, eine Vielzahl interessanter Projekte, bei denen man Verantwortung lernen und übernehmen kann und ein ziemlich gesundes Verhältnis von Lebens- und Arbeitszeit», sagt Contexta-CEO Thomas Frésard.
Die Benefits bei Contexta: Weiterbildungen; flexible Arbeitszeiten, Angebot Teilzeitarbeit; Dienstaltersgeschenk; gratis Früchte, Süssigkeiten, warme und kalte Getränke, Bier; Töggelikasten; Contexta-Auto, Taxi- und Essenspesen; Grill auf der Terrasse; Events, Ausflüge und Weihnachtsessen, die in schöner Erinnerung bleiben.
Havas
«Wichtiger als Anreize ist die Motivation, die die Mitarbeitenden selber mitbringen: Je sinnvoller die Tätigkeit und je grösser die Wertschätzung und Autonomie sind, desto grösser ist die Motivation. Wichtig ist es, die Motivation nicht zu zerstören: Da hilft eine gewisse Grosszügigkeit gegenüber den Mitarbeitern, die wir im Gegenzug auch von den Mitarbeitenden gegenüber der Agentur erwarten. Kein Mikromanagement, keine Rappenspalterei, keine Stechuhr, kein Getränkeautomat oder Abzug für Parkplatzbenutzung et cetera», so Frank Bodin, Chairman und CEO von Havas Schweiz.
Die Benefits bei Havas: gratis Getränke (Mineral, Kaffee, Tee, Feierabend-Bier), frische Bio-Früchte, einmal wöchentlich Zmorge in der Agentur, sporadisch Grill, Glacé, Fruchtsalat usw.; Halbtax-Abo respektive GA für Mitarbeiter, die geschäftlich unterwegs sind; UVG/KTV 100 Prozent zu Lasten der Agentur, ohne Abzüge für Mitarbeiter, Pensionskasse: Zusatzversicherung ab dem 2. Dienstjahr; gratis Parkplätze; internes Weiterbildungsprogramm «Havas Academy», individuelle Unterstützung für Aus- und Weiterbildung.
Jung von Matt/Limmat
«Zusätzliche Anreize sind wichtig, aber nicht das Wichtigste. Wir möchten unseren Mitarbeitenden spannende Aufgaben, ein inspiratives Umfeld und die besten Team-Mitglieder bieten», sagt Roman Hirsbrunner, CEO von Jung von Matt/Limmat.
Die Benefits bei Jung von Matt/Limmat: Töggelikasten, Ping-Pong-Tisch; gratis Bier, gratis Getränke, gratis Früchte; Geburtstagskuchen; gratis Uber-Taxi bei Abendarbeit; Sommerakademie in Hamburg; «Hot Shit»-Seminare intern; Office-365-Abo für Privatgebrauch; fröhliche Apéros, verrückte Events, Grillfeste auf der Dachterrasse, eine eigene Beiz im UG und die besten Teammitglieder der Branche.
Serviceplan
«Zusätzliche Anreize sind sicher sekundär. Talentierte Mitarbeiter möchten einen Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten. Wir bieten ihnen einige Benefits, da uns das Wohlergehen der Mitarbeiter wichtig ist. Das ist übrigens durchaus eigennützig. Zufriedene Mitarbeiter machen einen besseren Job. Ein besserer Job freut die Kunden. Zufriedene Kunden bringen wirtschaftlichen Erfolg. Wirtschaftlicher Erfolg freut die Mitarbeiter», so Nicole Musy, Head HR Serviceplan Gruppe Schweiz.
Die Benefits bei Serviceplan: Food/Getränke-Kühlschrank; Töggelikasten, kostenloses Obst, Kaffee, Wasser und Freitags-Bier; Stehpulte, klimatisiertes Haus; Cafeteria für gemeinsame Mittagessen, Apéros oder auch Besprechungen, Terrasse mit Grill; Vaterschaftsurlaub von fünf Tagen, Teilzeitarbeit für Mann/Frau möglich; kostenlose Sprachkurse; Agentur-Autos, Agentur-E-Bike; Agentur- und Team-Anlässe und -Ausflüge etc.
Wirz
«Unsere Mitarbeiter sind bei uns, weil sie hier einen spannenden Job haben. Weil sie gute Arbeit auf den besten Kunden machen können. In einem Team von rund 120 Profis. Das alleine macht Spass. Wenn der Job keinen Spass macht, nützen auch Rutschbahnen und Lampions nix. Daneben bieten wir selbstverständlich eine Reihe Goodies. Es soll allen wohl sein hier, sie sollen immer mal wieder ein gemeinsames Erlebnis haben, sich weiterbilden können. Wir möchten, dass alle am Morgen mit einem Lächeln auf dem Gesicht in die Agentur watscheln», so Livio Dainese, Co-CEO/COO von Wirz.
Die Benefits bei Wirz: Töggeliturnier; Mitarbeiterausflug; berüchtigtes Chlausfest; jedes Jahr geht eine Gruppe nach Cannes; Wirz-Velos; interne Ausbildung «Wirz Academy»; Kaffee/Tee/Früchte; Bier/Wein/Prosecco; Geburtstagsgutschein im Wert von 100 Franken und Blumenstrauss; Brückentage, halber Tag Sechseläuten und halber Tag Knabenschiessen.
Die Werbeagentur Publicis wollte sich nicht an der Umfrage beteiligen, auch nicht Publicis-Schwester Leo Burnett.