Greenpeace macht Tiefsee zum Tatort

Freundliche Grüsse - Mit einem Film im True-Crime-Stil nimmt die Umweltorganisation das Unternehmen Allseas aus dem freiburgischen Châtel-Saint-Denis ins Visier. Die Zürcher Agentur hat die Kampagne konzipiert und umgesetzt, neben dem Film gehören Ads für Social Media und E-Mail dazu. Sie sollen Interessierte zu einer Petition führen.

Im Zentrum der Kampagne steht der geplante kommerzielle Abbau von Manganknollen am Meeresboden. Die Knollen enthalten Nickel, Kobalt und Kupfer. Greenpeace warnt vor irreversiblen Schäden an kaum erforschten Ökosystemen. Allseas treibe den Tiefseebergbau «massiv voran», so der Vorwurf der Umweltorganisation. Weil die Firma weitgehend im Verborgenen agiere, sei ihre Rolle der Schweizer Öffentlichkeit bislang kaum bekannt.

Der Kampagnenfilm folgt einem Ermittlerteam, das den «Tatort Tiefsee» untersucht. Die Spur führt von den Lebewesen am Meeresgrund bis zum Firmensitz von Allseas im Kanton Freiburg. «Der Tatort ist tausende Meter tief unter der Meeresoberfläche, doch die Verantwortung liegt direkt vor unserer Haustür», heisst es in einer Mitteilung.

Mit der True-Crime-Ästhetik wollen Greenpeace und die Agentur nach eigenen Angaben von den üblichen Mustern der NGO-Kommunikation abweichen. Damit soll eine Zielgruppe angesprochen werden, die sich bisher kaum mit dem Thema beschäftigt hat. Neben dem Film umfasst die Kampagne animierte und statische Sujets für Social Media und die E-Mail-Kommunikation. Sämtliche Massnahmen verweisen auf die Petition, die den politischen Druck auf die Verantwortlichen erhöhen soll. (pd/cbe)