Die Geschäftsleitung von Wirz-Werbung erhält Verstärkung: Am 1. August startet Marion Marxer als neue Executive New Media Directorin (persoenlich.com berichtete). Warum wollte Sie nach Ihrer Babypause nicht mehr zurück zur Swisscom, wo sie während zwei Jahren Head of Marketing Communication war? Und welches genau sind die Aufgaben einer "New Media Directorin"? Persoenlich.com hat nachgefragt:
Frau Marxer, warum kehren Sie der Swisscom nach nur zwei Jahren den Rücken?
Die Kundenseite kennen zu lernen und in einem grossen Unternehmen "im Corporate Umfeld" zu arbeiten, war spannend und lehrreich. Interessant und überraschend war es auch, einmal auf der anderen Seite des Tisches zu sitzen und Aufritt und Arbeit von Agenturen aus Kundensicht zu beurteilen. Davon kann ich - zurück in der Agenturwelt - stark profitieren und ich freue mich wieder näher an der Kreation zu sein.
Daraus lässt sich schliessen, dass Ihnen die Agentur-Welt mehr zusagt als die Arbeit auf Unternehmensseite.
So einfach und generell lässt sich das eigentlich nicht beantworten (lacht). Aber, ja, wie bereits gesagt: Ich liebe den Austausch und die Auseinandersetzung im kreativen Prozess. Ich bin jemand, der mit Leidenschaft für etwas einsteht und treffe gerne mutige Entscheide. Ich denke, dass ich damit als Beraterin von Kunden fast mehr bewirken kann, als im Corporate Umfeld selbst.
Was genau hat Sie dazu bewogen, das Angebot von Wirz anzunehmen?
Erstens bedeutet der Schritt einen Paradigmenwechsel: Im Wirz-Management ist man sich bewusst, dass man "Digital" nicht delegieren kann und die Veränderung im Kern der Agentur stattfinden muss. Es handelt sich um einen Paradigmenwechsel in der Kommunikation und nicht einfach um neue Kanäle. Wirz hat die besten Voraussetzungen durch hohe kreative Qualität und bereits vorhandenes Digital-Verständnis dieses neue Verständins von Kommunikation in die Praxis umzusetzen.
Zweitens Entscheidungskompetenz: Bei Wirz kann das Management selbst entscheiden und muss nicht in irgendeiner Zentrale das Okay abholen. Dadurch habe ich stärkeren und direkteren Einfluss auf die Entwicklung der Agentur.
Drittens die Menschen: Ich mag die Leute im Management. Sie sind direkt und herzliche, anspruchsvoll und intelligent. Mit Philipp hab ich bereits vier Jahre zusammengearbeitet und habe grossen Respekt vor seiner kreativen Leistung und schätze ihn sehr als Menschen. Thomas und Petra kenne ich seit Jahren und wir verstehen uns ausgezeichnet, auch Gordon und Dani habe ich in kurzer Zeit schätzen gelernt. Wir teilen die gleichen Werte, wollen vorwärts kommen und Spass dabei haben. Funktionieren nach Lust - nicht Leidensprinzip. Erfolg kommt von der Leidenschaft und Freude an der Arbeit.
Sie werden als "Executive New Media Direktorin" tätig sein? Gibt es dafür auch einen deutschen Begriff?
"Verantworliche für neue Medien" oder so ähnlich (lacht). Spezifischer wird es in der Umschreibung des Arbeitsgebietes.
Und was ist Ihr neues Arbeitsgebiet?
Es geht nicht mehr um die Frage digital oder nicht digital. In spätestens zwei bis drei Jahren ist 90 Prozent der Kommunikation digital. Durch die Digitalisierung gibt es ständig neue Möglichkeiten, die wir für zeitgeistige Kommunikation nutzen können, wie zum Beispiel Location Based Communiation oder Augmented Reality. Zudem verändert sich der Mindset und das Verhalten der Menschen schneller und stärker als je zuvor. Dafür, dass sich diese neuen Entwicklungen sich im Agentur-Kern und damit in den Kampagnen noch stärker manifestieren, bin ich zuständig, zusammen mit den anderen Geschäftsleitungsmitgliedern. Dabei geht es auch stark um Prozesse, Mitarbeiterentwicklung und neue Tools.
Wie intensiv nutzen Sie selber digitale Medien?
Fast auschliesslich. Ich kann nicht sein ohne, wie mittlerweile die meisten Menschen. Digitale Medien sind Voraussetzung für meinen Lebensstil. Ich bin fasziniert von den neuen Möglichkeiten, die es fast täglich gibt und picke mir heraus, was für mich passt - wie das die Menschen auf der Strasse auch machen und das ist eine der neuen Herausforderungen, die wir in der Kommunikation haben.
... und Social Media?
Social Context Features jeglicher Art nutze ich sehr intensiv und zwar bei allem, was ich mache. Also für Restaurantbesuche, Reisen, Produkte, Alltagsfragen oder spezifische Problemstellungen. Social-Media-Kanäle nutze ich unterschiedlich und zweckmässig. Ich nutze Facebook privat sehr intensiv, beruflich Xing und Linkedin. Twitter eher weniger.
Interview: Edith Hollenstein