«Jesus ist...» im Gespräch

Oster-Kampagne - Mit einer interaktiven Kampagne will das Aktionskomitee Christen Schweiz den Dialog über Jesus fördern. Auf Plakaten und Social Media fragen die Initianten nach persönlichen Definitionen von Jesus. Online kamen innert einer Woche 1300 Gedanken zusammen.

Wer hat sie noch nicht gesehen - die Plakate mit den grossen Sprechblasen, die einer Fortsetzung des Satzes «Jesus ist …» freie Wahl lassen? Momentan hängen über 1500 solche Plakate in der Deutschschweiz, die auch rege beschriftet werden.

Die Kampagne ist eine Aktion des «Aktionskomitee Christen Schweiz», die vor der Osterzeit während zwei Wochen Jesus zum Gespräch machen soll. Dabei hat die verantwortliche Agentur Heber.Link.Asendorf auf eine interaktive Umsetzung geachtet: Nebst den Plakaten sind auch Elektroautos auf den Strassen unterwegs, auf der Webseite kann man seine Meinung zu Jesus kundgeben wie auch auf Facebook, Twitter oder Instagram.

In einem Video wird zudem der Sinn der Kampagne erläutert: «In unserer Gesellschaft ist der Name Jesu zum Tabu geworden», heisst es zu Beginn im Video. Und dies, obwohl er die Geschichte wie niemand sonst geprägt habe – so seien alle Feiertage und unser Sozialsystem auf den christlichen Fundamenten aufgebaut. Man möchte daher mit der Kampagne erreichen, dass Jesus zum Diskussions- und Gesprächsthema innerhalb der Bevölkerung werde, heisst es in der dazugehörigen Medienmitteilung.

Dies sei bisher ganz gut gelungen, bestätigt die Mediensprecherin des Komitees, Rachel Stoessel, gegenüber persoenlich.com. «Wir können nach einer Woche eine positive Zwischenbilanz ziehen. Die Plakate wurden gut beschriftet und auch online kamen über 1300 Gedanken zu Jesus rein.» Die Hauptfrage der Kampagne sei jedoch, ob es wertvoll sei, sich über Jesus Gedanken zu machen. Diese grosse Frage brauche noch Zeit zu reifen und werde wohl erst in ein paar Monaten beantwortet können, so Stoessel weiter.

Durch die leere Sprechblase, die gefüllt werden soll, ist der Nutzer nun gezwungen, für sich selbst auszumachen, was Jesus denn ist. So mache man sich automatisch Gedanken und Jesus komme wieder ins Gespräch, heisst es im FAQ des Komitees.

Den Einwand, dass dies doch einlade, Schlechtes über Jesus zu schreiben, umgehen die Initianten gekonnt: «Die Äusserungen werden ein Spiegel der Gesellschaft und ihrer Haltung sein. Und sie werden zugleich signalisieren, auf welche Meinungen, Argumente und Aggressionen Christen eine Antwort haben müssen», heisst es weiter.

Auch zu seinen Lebzeiten sei Jesus verspottet worden. Aber so entstehe zumindest ein Gespräch, ist das Komitee laut Mitteilung überzeugt. Finanziert wurde die Kampagne durch Beiträge von Sponsoren und private Spenden. Der Plakataushang findet im Zeitraum vom 14. bis 28. März 2016 statt. (sg)

Bilder: zVG/Screenshot