Kampagne sorgt in Berlin für Empörung

Dignitas - Die Sterbehilfeorganisation warb an U-Bahnhöfen für Freitodbegleitung.

Mit Plakaten und in einem Film sowie mit einem zirkulierenden Lastwagen war Dignitas während zehn Tagen in Berlin präsent und warb für ihre Dienste.

Die seit dem 4. Oktober beendete Kampagne sorgt bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) im Nachhinein für Empörung, wie die "NZZ am Sonntag" schreibt.

Die Kampagne sei geschmacklos gemacht und hätte nicht in den öffentlichen Raum gehört, sagt BVG-Sprecherin Petra Reetz in der "NZZ am Sonntag".  

Dass Dignitas trotz der Kritik in Räumlichkeiten und Zügen der Verkehrsbetriebe präsent sein konnte, erklärt Reetz damit, dass die für die Vermarktung der Werbeflächen zuständigen Firmen die Kampagne eigenmächtig erlaubt hätten.

Im Gegensatz zu den BVG nahm die Deutsche Bahn (DB) das Dignitas-Plakat, das am Berliner Bahnhof hätte hängen sollen, nicht an. "Wir lehnen Werbung zu politisch kontrovers diskutierten Themen grundsätzlich ab", begründet ein Bahnsprecher die Absage.

Silvan Luley von Dignitas hält diese Argumentation für fadenscheinig. Und auch die nachträgliche Kritik der BVG findet er scheinheilig. Keine Angaben will Dignitas zu den Kosten des Werbeauftritts in Berlin machen. (pd)