Krach wegen provokativem Spot zur Aids-Prävention

JWT+H+F - Aidshilfe Schweiz zieht sich zurück -- RMB springt ein.

Am kommenden Dienstag startet schweizweit auf SF DRS ein provokativer Spot zur Aids-Prävention. Provokativ in dem Sinn, dass ein Liebespaar gemeinsam auf einem vermeintlichen Bett zu sehen ist, wobei an ihren Zehen je ein Schildchen hängt: Die beiden sind tot und aufgebahrt. Gefolgt vom Abspann: "Für Aids gibt es immer noch keine Heilung. Schütze dich".

Hinter der Kampagne steht die Zürcher Werbeagentur JWT+H+F, die den Spot ursprünglich – und gratis – für die Aidshilfe Schweiz konzipiert hatte. Sponsor wäre ein bekanntes Chemieunternehmen gewesen, das u.a. auch Medikamente zur Behandlung von Aids-Kranken herstellt. Nachdem der Spot dann aber im Sommer 2002 fertig abgedreht war, habe die Aidshilfe plötzlich einen Rückzieher gemacht, so ein frustrierter Rémy Fabrikant, Mitinhaber von JWT+H+F, gegenüber "persoenlich.com".

Was Fabrikant aber noch viel mehr ärgert, ist die Tatsache, dass das Bundesamt für Gesundheit BAG unterdessen auch den Sponsor unter Druck gesetzt habe, mit der Konsequenz, dass dieser sein Engagement ebenfalls zurückzog. Und auch eine Betroffenen-Organisation, die sich für den Spot stark gemacht hatte, sei in der Zwischenzeit zurückgekrebst. Fabrikant: "Aids ist noch immer eine Krankheit, die in jedem Fall tödlich verläuft. Das hat erst gerade auch der Direktor des BAG, Thomas Zeltner, in einem Interview mit dem Tages-Anzeiger gesagt. Christoph Schlatter, der Pressesprecher der Aishilfe Schweiz, lässt sich nun aber wieder dahin zitieren (auf Blick-Online, Anm. der Red.), dass Aids in Wirklickeit 'für die meisten ein Leben mit dem Virus, nicht der Tod' sei. Was der Grund dafür gewesen sei, unseren Spot abzulehnen."