Kunst-Benefiz-Aktion am Kreuzplatz

Zürcher Kommunikations- und Kunstspezialisten - "Ein Ziegel kommt selten allein".

Im Juni 2002 initialisierten vier Zürcher Kommunikations- und Kunstspezialisten eine ungewöhnliche Kunst-Benefiz-Aktion am Zürcher Kreuzplatz. Das Projekt entstand aus ungebrauchten Ziegeln der Baustelle Kreuzplatz, die sich durch unentgeltlich wirkende Kunstschaffende zum Verkaufsobjekt für einen gemeinnützigen Zweck transformieren. Was Ende Mai 2002 mit dem Experiment einer kurzerhand installierten Live-Cam unter http://kreuzplatz.webvision.ch samt Internetseite mit Inhalt und NewsMail zur Grossbaustelle Kreuzplatz startete, findet eine unvorhergesehene und spannende Erweiterung.

Ursprung ist die jahrelange, zum Teil heftig geführte Debatte über die Baustelle Kreuzplatz und der schliessliche Baustart im Mai dieses Jahres. Der Abbruch der einstigen Häuser mit jahrhunderte langer Geschichte, bewegte die Gemüter und gab das Startzeichen für eine ungewöhnliche Aktion ohne Wertung und politischen Hintergrund. Nach der Idee des Webdesigners Gilbert Bork beschaffte sich das vierköpfige Team der Initianten über 100 Original-Ziegel von der Grossbaustelle Kreuzplatz. Zusammen mit Werber Maurice Codourey, Galeristin Yvonne Geretto und Webspezialist Laurent Wirz entwickelte sich nach der Weltpremiere im Zoo Zürich mit der Internet-Live-Geburt des Elefanten Aishu vom Juni 2000 eine zweites Kommunikations-Experiment in Verbindung mit dem Internet. Die Vorgeschichte der Baustelle, der historische Boden mit rund 500 Jahren Zürcher Geschichte und das ungewöhnliche Objekt selbst motivierten zur Initialisierung eines einmaligen Projektes zwischen Reflektion, Vergangenheit und Zukunft.

Rund 70 Künstler 'ziegeln' unentgeltlich

Bis heute beteiligten sich rund 70 Künstlerinnen und Künstler an diesem Projekt. Sie alle bearbeiten die Original Ziegel nach eigenen Vorstellungen bis Ende Oktober 2002 in Farbe, Form und zusätzlichen Materialien. Die ersten Objekte sind bereits gemacht und lassen vermuten, dass eine Ausstellung mit spannender und einzigartiger Zeitgeist-Kunst zusammen kommt. Alle Künstler wirken unentgeltlich mit, unterstützen mit grossem Engagement den sozialen Gedanken hinter der ganzen Aktion.

Verkaufserlös für Menschen mit geistiger Behinderung

In der ersten Dezemberwoche findet eine Ausstellung mit zwei abschliessenden Verkaufstagen statt. Die Kunstziegel werden mit einem Begleitwort der Stadträtin Kathrin Martelli zu einem Fixpreis verkauft. Die Käufer haben die Gelegenheit, ihr soziales Engagement und Kunstfaible mit einem zusätzlich frei wählbaren Zustupf zu verdeutlichen. Der gesamte Erlös der Verkaufstage geht dem Trägerverein der Wohnheime Ottenweg + Kreuzstrasse zu, die sich seit langer Zeit für ein differenziertes Betreuungskonzept von Menschen mit geistiger Behinderung einsetzen. Nicht nur, dass diese ZEWO-anerkannte (geprüfte) gemeinnützige Institution sich in der Nachbarschaft befindet ("der Kreuzplatz hilft der Kreuzstrasse"), sondern auch der Umstand, dass damit ein Umbauprojekt im Wohnheim Kreuzstrasse im obersten Stockwerk, unterhalb des Ziegeldaches, unterstützt wird, schliesst den logischen und visionären Kreis der ganzen Aktion. Das sogenannte ZiegelKomitee der vier Initianten koordiniert und organisiert dabei jeden Schritt ohne Honorar.

Sponsoren gesucht, letzte Ziegel noch frei

"Gerade in dieser wirtschaftlich anstrengenden Zeit wollen wir mit der einzigartigen vernetzten Aktion ein Zeichen für Initiative und Engagement setzen", so Maurice Codourey, Werbefachmann und Texter des Komitees. Noch gibt es viel zu tun für die Initianten, die das Projekt von ihren Büros am Kreuzplatz aus vorantreiben. Einerseits fehlt es noch an weiteren Sponsoren für die Ausstellung, andererseits geht es um die Vergabe der letzten Ziegel. "Der bisherige Erfolg und die unzähligen Feedbacks der Künstlerinnen und allen Beteiligten motivieren uns weiter zu Ziegelhöchstleistungen. Via Internet halten wir den Kontakt zu allen Interessierten und zeigen gleichzeitig die Intensität des Mediums Internet", freut sich Webdesigner Gilbert Bork. Die Ausstellung öffnet am 2. Dezember, die Verkaufstage finden am 6. Und 7. Dezember 2002 statt.