Die Wettbewerbskommission (Weko) ist dabei, das Jointventure von Swisscom, SRG und Ringier zu prüfen. Bis Anfang 2016 muss sie festgestellt haben, ob es marktbeherrschend wäre. Das Jointventure bereitet sich aber bereits auf die Zeit danach vor.
So wird nach Informationen der «Schweiz am Sonntag» die Schaffung einer neuen Währung vorbereitet, mit der die Wirksamkeit eines Werbeträgers genauer gemessen werden soll.
Das bisherige Standardmass in der Schweizer Werbeindustrie ist die Reichweite eines Mediums, im Fachjargon "total audience". Je mehr Nutzer ein Medium erreicht, desto wertvoller ist es für die Wirtschaft. Doch dieses Mass gilt in der Branche schon länger als unzureichend.
Konkurrenz fürchtet sich vor Marktmacht
So erfasst es etwa nicht, wie viel Zeit ein Nutzer mit einem Medium verbringt. Von den digitalen Medien erhoffe sich die Werbeindustrie schon länger eine präzisere Messgrösse, schreibt die "Schweiz am Sonntag".
Im Jointventure erachtet man gemäss Informationen der "Schweiz am Sonntag" die "total audience" ebenfalls als ungenügend. Man glaubt sich gross genug, um Abhilfe schaffen zu können. Das sieht auch die private Konkurrenz so, wie aus Beschwerden hervorgeht, die beim Bundesamt für Kommunikation (Bakom) eingingen.
Agenturen, private TV-Stationen und Radios, Werbevermarkter oder Verlagshäuser fürchten, das Jointventure könnte durch eine eigene Währung seine Marktmacht entscheidend stärken (persoenlich.com berichtete).
Zielgruppenspezifische Werbung steigert Wert
Das Jointventure sei im Stande, heisst es in einer Beschwerde, eine eigene Währung für den von ihr beherrschten Teil des Werbemarktes zu etablieren. "Andere Marktteilnehmer hätten keinen Zugang zu einer Währung für diesen Markt oder nur zu den vom Jointventure vorgegebenen Bedingungen." Die Konkurrenz müsste dem Jointventure womöglich die eigenen Daten geben, um den Wert ihrer Angebote in der neuen Währung ausweisen zu können.
Auf Anfrage sagt der Swisscom-Sprecher Carsten Roetz zur "Schweiz am Sonntag": "Im Markt laufen die verschiedensten Initiativen zur Entwicklung der bestehenden Währungen und Überlegungen zu möglichen, zukünftigen Währungen."
Von der zielgruppenspezifischen Werbung verspricht sich die Industrie geringere Streuverluste. Wer gerne reist, soll auch solche Werbung bekommen. Deren Wert wäre entsprechend ein Vielfaches von normaler Werbung. (SchwaS)
Bild: Keystone