Protestplakate gegen die WM gestaltet

Tschutti Heftli - Der Verein unterstützt die Aktion #BoycottQatar2022 und postet an jedem WM-Spieltag ein Protestplakat auf Social Media.

Zum ersten Mal seit 14 Jahren gibt Tschutti Heftli kein künstlerisches Sammelalbum zu einer Fussball-WM heraus. Der Verein boykottiert das Turnier in Katar und will dabei nicht passiv bleiben, wie es in einer Mitteilung heisst. 23 Grafikdesignerninnen und Grafiker haben im Auftrag des Vereins ein Protestplakat gestaltet. An jedem WM-Spieltag woll eines davon auf den Social-Media-Kanälen veröffentlicht werden.

Der Verein Tschutti Heftli habe sich seit jeher zum Ziel gesetzt, mit den Sammelalben die positive und verbindende Seite des Fussballs zu betonen und so negativen Entwicklungen wie Kommerzialisierung oder Korruption etwas entgegenzusetzen. Zum Beispiel mit den künstlerischen Sammelalben, die der Verein seit 2008 zu allen grossen Fussballturnieren herausgegeben hat, sollen die schönen, leidenschaftlichen und verbindenden Seiten des Fussballs betont werden.

Die Fussball-WM in Katar widerspricht jedoch auf so vielen Ebenen den Werten, die der Verein vertritt, dass eine Betonung des positiven Aspekte des Fussballs in diesem Fall nicht möglich sei, heisst es in einer Mitteilung. «Es ist für uns der falsche Weg, mit einem künstlerisch hochstehenden und mit Herzblut nachhaltig und fair produzierten Sammelalbum ein Statement dazu abzugeben», sagt Silvan Glanzmann, welcher seit 2008 im Verein mitwirkt. «Aus diesem Grund boykottieren wir die WM und schliessen uns dem Aufruf der Initiative #BoycottQatar2022 an.

Tschutti Heftli will den Protest aber auch nach aussen tragen und sichtbar machen, wie der Verein weiter schreibt. Darum lanciert er das Projekt Protestplakate gegen Katar 2022. Es wurden 23 Grafikdesignerinnen und Grafiker angefragt, um zum Protest ein Plakat zu gestalten. Entstanden sind so 23 Statements zur Fussball-WM 2022, die auf den Social-Media-Kanälen veröffentlicht werden. An jedem Spieltag der WM ein neues. Von jedem Plakat wird zudem ein Exemplar im Weltformat gedruckt und am Tag der Veröffentlichung auf Social Media versteigert und an die oder den Meistbietenden verschickt. Der gesamte Erlös wird – abzüglich der Produktionskosten – unter den Künstlerinnen und Künstlern zu gleichen Teilen als Honorar oder Aufwandsentschädigung aufgeteilt.

Mit dabei sind unter anderem Luca Schenardi, Coboi Katharina Reidy oder das Studio Lametta – ja sogar ein Boycott-Qatar-Song ist entstanden – die Wiener Grafikdesigner Paul Buschnegg und Kilian Hanappi haben ihn mit ihrer Band Pauls Jets auf Papier gebracht und eingesungen.

Eine Plakat-Vernissage der physischen Poster findet ab 17 Uhr am 28. November 2022 im Restaurant Parterre in Luzern statt, anlässlich des Podiums «WM in Qatar – zwischen Begeisterung und Boykott», das zeitgleich mit dem Spiel Schweiz-Brasilien stattfindet. (pd/wid)