Vier Frauen liegen im Dirndl auf einem Stapel Holz. Auf dem Foto für das Plakat sieht man tief in deren Ausschnitt. Der Spruch «Wir haben Holz vor der Hütte. Greifen Sie zu», steht auf der Werbung. Eine Reporterin der «Süddeutschen Zeitung» hat das Plakat per Zufall entdeckt. Kritisiert wegen Sexismus wurde es bereits vor vier Jahren, als «Emma», ein Online-Portal von Alice Schwarzer, darüber berichtet hatte.
Ist dieses Plakat sexistisch? Und ob!
— Tamara Funiciello (@Tamarafuniciell) 17. Juni 2019
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Auf der Website des «Tages-Anzeiger» ist am Sonntag ein Interview mit dem Sägewerk-Besitzer Rodolfo Rüdisühli erschienen, das ursprünglich die «Süddeutsche Zeitung» publizierte. Darin rechtfertigt Rüdisühli den Bezug des Satzes «Greifen Sie zu» auf dem Plakat: «Wir sind ein Sägewerk und auf dem Plakat ist Holz zu sehen.»
Beschwert hätte sich noch niemand und die Reaktionen blieben soweit positiv. Laut der Umfrage unter dem Tagi-Artikel finden rund 60 Prozent der über 8000 Befragten das Plakat gelungen und etwa 40 Prozent empfinden es als sexistisch (Stand: 17.06.2019, 11 Uhr). Auch die Leser diskutieren das Plakat in über 200 Kommentaren.
«Es geht nicht um Brüste»
Rüdisühli habe noch nie von der Me-Too-Debatte gehört. Auf den Vorwurf, sein Plakat sei eine sexistische Darstellung, gab er keinen Kommentar. Wenn nur Holz drauf wäre, würde das Plakat nicht beachtet, sagt er und erklärt: «Es geht um das Lachen der Frauen. Ich schau doch nicht auf die Brüste.»
Auch wenn seine Tochter da liegen würde, wäre Rüdisühli einverstanden: «Ja sicher, da sehe ich kein Problem. Wenn meine Frau ein bisschen jünger wäre, hätte ich sie auch noch draufgestellt.» Es müsse aber auch noch gut aussehen, sagt er weiter. Am Ende des Interviews schreibt die Journalistin, das Plakat störe sie als Frau und fragt Rüdisühli, was er dazu sagt. Er antwortet: «Das ist dann halt ihre Meinung». (log)