Skurrile Kritik am meistgedruckten «Buch» unserer Zeit

Wirz - Der einflussreiche Literaturkritiker Hellmuth Karasek rezensiert den Ikea-Katalog.

Das meistgedruckte «Buch» unserer Zeit, der Ikea-Katalog, wird erstmals von einem Literaturkritiker rezensiert. Die Agentur Wirz hat dazu Hellmuth Karasek engagiert, einer der wichtigsten und einflussreichsten Literaturkritiker im deutschsprachigen Raum.

1951 verschickte Ikea-Gründer Ingvar Kamprad den ersten Katalog an seine Kunden, gedacht als eine Art Einladung zu einem Besuch im Einrichtungshaus. Drei Jahre später erschien der Katalog bereits in einer Auflage von 500'000 Exemplaren, dies schreibt Ikea in einer Mitteilung. Heute beträgt die Auflage 220 Millionen. Damit sei der Katalog das auflagenstärkste Druckerzeugnis der Gegenwart – noch vor der Bibel.

Der 81-jährige Karasek hatte sich bei seiner Rezension an keinerlei inhaltliche Vorgaben zu halten. So kritisiert Karasek beispielsweise, dass im Katalog mehr Bilder zu sehen sind, als handelnde Personen auftreten. Verwundert stellt er fest: "Die Personen müssen sich zwischen die Möbel drängen, sie kommen selten zu Wort, sie reden kaum zusammenhängend - und trotzdem hat das Buch einen solchen Erfolg." 

Der knapp fünfminütige Online-Film ist eine skurrile, liebevolle und nicht ganz ernstgemeinte Auseinandersetzung mit dem Ikea-Katalog 2016. (pd)