Traumjob ohne Lohn

Feinheit - Das Freiburger Hilfswerk Brücke Le Pont hat an Schweizer Bahnhöfen und auf Social Media eine Kampagne im Stil von Stelleninseraten lanciert. Es will damit auf Ausbeutung im Globalen Süden aufmerksam machen und Spenden sammeln.

«Traumjob gesucht?», fragen derzeit Plakate an mehreren grossen Bahnhöfen, etwa in Bern. Sie bieten «endlose 14h-Schichten», «gefährliche Arbeit ohne Schutzkleidung» und «keinen Lohn». Die Sujets für die Nichtregierungsorganisation (NGO) Brücke Le Pont hat die Agentur Feinheit entwickelt, wie diese am Donnerstag mitteilte.

Hinter den fiktiven Inseraten steht die Geschichte von Kekewou Hodabalo. Gemäss der NGO wurde er mit dem Versprechen auf eine Stelle nach Nigeria gelockt und musste dort jahrelang ohne Lohn auf einer Farm arbeiten. Nach seiner Flucht erhielt er Unterstützung durch ein Projekt von Brücke Le Pont und der Partnerorganisation Parrains Tiers-Monde. Heute arbeitet er laut der Organisation in Togo unter fairen Bedingungen und setzt sich in zwei Kooperativen für die Rechte von Landarbeitenden ein.

Die Plakate und ergänzende Anzeigen auf Social Media führen auf eine Landingpage, auf der Interessierte einen eigenen Stundenlohn spenden können.

Die 1956 gegründete NGO hat ihren Sitz in Freiburg. Gemäss Mitteilung ist sie in El Salvador, Honduras, Ghana, Benin und Togo tätig. (pd/nil)