Herr Alexander, Sie haben geschafft wovon wahrscheinlich jede grosse Schweizer Marke träumt: Tina Turner wirbt neu für die Swisscom (persoenlich.com berichtete). Wie ist Ihnen das gelungen? Mit dem dicken Scheckbuch?
Keineswegs, sondern mit einer unglaublich guten Idee. Türöffner war die Marke Swisscom selbst, die Tina Turner als Kundin kennt und deren Zuverlässigkeit und Vertrauenswürdigkeit sie schätzt. Wir erhielten dadurch die rare Gelegenheit unsere Geschichte Tina Turner direkt zu erzählen und sie zu überzeugen. Sie war von Anfang begeistert und hat uns sogar mit spannenden Inputs versorgt, damit der Film noch authentischer wird.
In dem Viralspot wird ihre Biografie keck verschweitzert. Wie ist die Idee zu der neuen Kampagne entstanden?
iO ist ein Schweizer Produkt, welches typische Schweizer Werte verkörpert. Wer würde da als Botschafterin besser passen, als die bekannteste Schweizerin der Welt – Tina Turner. Einer der Gründe, warum sie sich in der Schweiz so wohl fühlt, ist, dass hier die Diskretion und der Schutz der Privatsphäre gross geschrieben werden. Dieselben Werte, für die auch unsere Produkt iO steht. Unsere Werbeagentur Heimat und der Regisseur Johan Kramer hatten dann die Idee, Tina Turner‘s Leben neu zu inszenieren und sie dafür in Persona durch die einzelnen Stationen, ihres eigentlich Schweizerischen Lebens gehen zu lassen. Special Key als Künstleragentur hat den Kontakt zu Tina Turner hergestellt und vermittelt.
Im Zusammenhang mit der Lancierung der Kampagne gab die Rockerin auch der Schweizer Illustrierten ein Interview und zeigte sich von der privaten Seite. Dinge, die noch vor kurzem undenkbar waren. Ihre Hochzeit beispielsweise fand unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das sieht nach einer gut orchestrierten PR-Maschinerie aus. Wieso ist iO so wichtig für die Swisscom?
Mit iO will Swisscom den Kundenbedürfnissen Rechnung tragen. Swisscom lancierte mit iO eine einfache, sichere und weltweit nutzbare Alternative fürs gratis Telefonieren, SMS/MMS verschicken, allerdings in Swisscom-Qualität. So sind alle sensiblen Daten in der Schweiz gespeichert und unterliegen dem strengen Schweizerischen Datenschutzgesetz.
Zur Etablierung von iO hat die Swisscom vor einem Jahr Influencer-Marketing betrieben. Nun investiert die Swisscom nochmals viel Geld. Mit welchem konkreten Ziel? Die Nr. 1 unter den Kommunikationsanwendungen auf dem Smartphone zu werden?
Am liebsten natürlich schon (lacht). iO ist für Swisscom ein wichtiges Produkt. Entsprechend investieren wir – wie auch bei anderen Produkten Geld, um diese zu bewerben und bei der Zielgruppe bekannt zu machen. Unser Ziel ist, dass alle, die auf Datensicherheit und Privatsphäre Wert legen, iO kennen und vor allem auch nutzen – ob sie Swisscom Kunde sind oder nicht. Denn iO ist auch gratis, wenn man bei einem anderen Anbieter Kunde ist. Dadurch erschliessen wir uns neue Kundensegmente.
Ein Spot mit Tina Turner zieht weite Kreise. Auch im Ausland. Was bringt der Swisscom diese Aufmerksamkeit?
Hoffentlich viele Downloads und zufriedene iO-User. iO kann man auf der ganzen Welt kostenlos nutzen, ganz unabhängig vom Provider. Wer seine Freunde mit iO und in iO anruft, bezahlt dafür keinen Franken, Euro oder Dollar. Daher ist iO für Smartphone-Besitzer auch ausserhalb der Schweiz eine interessante Alternative.
Bei der Wahl der Kommunikationsmittel richtet man sich nach seinen Freunden und Bekannten. Sind Sie selber nicht auf Whatsapp?
Da bin ich auch, aber ich verlagere meine persönliche Kommunikation immer mehr zu iO. Ich will schliesslich wissen, was mit meinen Daten passiert.
Wie stark sind die Schweizerinnen und Schweizer inzwischen sensibilisiert auf das Thema Sicherheit und Datensicherung?
Beim dem Kauf von Whatsapp und dem NSA Skandal ging ein Aufschrei durch die Medien und die Schweizer Bevölkerung. Diese Reaktionen indizieren uns, dass die Schweizerinnen und Schweizer sehr wohl sensibel sind, wenn es um ihre Daten und deren Sicherheit geht. Unabhängig von Nationalität und Geschlecht wünschen sich die Nutzer von Kommunikations Apps, dass der Datenschutz gewahrt wird und niemand mitliest oder ungefragt zuhört.
Im letzten Sommer machte die App Negativschlagzeilen: Es hiess, es würden doch Daten auf US-amerikanische Server übermittelt. Hat die Swisscom da nun eingegriffen?
Die Daten unserer Kunden haben die Schweizer Swisscom-Server in der Vergangenheit nie verlassen und werden dies auch in Zukunft nicht. Um die Bedienbarkeit oder allfällige Fehler von iO zu analysieren und zu verbessern, werden Systemdaten an ausländische Trackingdienste gesendet. Es werden jedoch keine Inhalte wie beispielsweise Chats oder Telefonnummern oder Daten, die Rückschlüsse auf einzelne Personen erlauben, übermittelt.
Wird Tina Turner auch in Zukunft für die Swisscom werben?
Wir würden uns natürlich sehr freuen, wenn Tina Turner auch weiterhin mit Swisscom zusammenarbeitet. Zum jetzigen Zeitpunkt sind jedoch keine weitere Projekte geplant.
Beherrscht sie eigentlich die Handhabung? Haben Sie schon mit ihr geiOt?
Na, der Film ist der Beweis schlechthin, dass sie die Handhabung beherrscht. Sie schiesst schliesslich ein Selfie und verschickt es dann mit iO an ihre Freundin – leider nicht an mich (lacht).
Fragen: Adrian Schräder//Bilder Tina Turner: Fabian Kimoto