Umstrittenes Plakat erscheint auch in Genf

Abstimmungskampagne - Das Hakenkreuz-ähnliche Symbol über den Köpfen der Pendler sorgt für viel Wirbel.

von Michèle Widmer

Über den Pendlern am Zürcher Hauptbahnhof flimmerte am Montag ein Hakenkreuz, geformt aus einem verzerrten Schweizerkreuz. Das umstrittene Plakat des Zürcher Werbers Parvez Sheik Fareed sorgt seit einigen Wochen für Wirbel. Anfang Februar hatte er dieses auf Facebook verbreitet, um im Kampf gegen die Durchsetzungsinitiative ein Zeichen zu setzen (persoenlich.com berichtete). Nun hat das Plakat private Geldgeber gefunden, die ihm einen der prominentesten Werbeplätze in Zürich ermöglichen.

Wie sich nun zeigt, reichen diese Gelder für weitere Werbemassnahmen. Nach Zürich ist nun Genf an der Reihe. Im dortigen Bahnhof flimmert das Plakat mit der Aufschrift «Nein zur Zweiklassen-Justiz» am Dienstag über die Bildschirme, wie Nadja Mühlemann, Mediensprecherin des Aussenwerbevermarkters APG auf Anfrage sagt. Über Details zur Schaltung sowie allfällige zukünftige Buchungen will sie keine Auskunft geben.

Ob das umstrittene Plakat in den nächsten Tagen an weiteren Schweizer Bahnhöfen zu sehen sein wird, wird sich zeigen. Klar ist: Sheik Fareed will weiterhin finanzielle Mittel für sein Plakat sammeln und einen allfälligen Überschuss spenden.

«Diese Angstmacherei ist höchstbedenklich»

Das Reisende an Schweizer Bahnhöfen von einem Hakenkreuz-ähnlichen Symbol überrascht werden, sorgt für rege Diskussionen. Die SBB verweisen auf die Pflicht, auch politische Werbung zu schalten. Reaktionen seien keine eingegangen, hiess es am Montag.

Gegenüber der Tagesschau des Schweizer Fernsehens äussern sich mehrere Passanten negativ. «Wenn man dieses Symbol sieht, wird es einem schlecht», sagt einer. Ein anderer: «Man weiss, was an diesem Symbol klebt, das geht gar nicht».

Auch der Werber des Jahres, Publicis-CEO Curdin Janett, kommt im Beitrag zu Wort. «Angstmacherei auf diesem Niveau für eine Abstimmungsvorlage halte ich für höchstbedenklich», sagt er. Wo es herablassend und verletzend werde, müsse ein Schlussstrich gezogen werden.