Viel Kritik am KI-Sujet der FDP

Wahlen 2023 - Das Wahlkampfplakat der Freisinnigen kommt bei anderen Parteien schlecht an. Experten sind geteilter Meinung. KI-Satiriker Karpi äussert sich «arg enttäuscht» über die FDP, ein Kommunikationsberater sieht kein Problem.

Kaum lanciert, sorgt das Wahlkampfplakat der FDP Schweiz für Kritik. Am Sonntag haben die Freisinnigen ihre Kampagne erstmals publik gemacht. Auf einem polarisierenden Sujet sind Klimaaktivisten zu sehen, die eine Ambulanz blockieren. Im Kleingedruckten steht: «Dieses Bild wurde mithilfe von KI generiert» (persoenlich.com berichtete).

Das Plakat sorgt laut Tages-Anzeiger für grossen Ärger in Aktivistenkreisen und bei den Linken. Klimaaktivist Jonas Kampus glaubt, dass die FDP bewusst die Wut der Menschen gegen die Klimabewegung schüre. Er fordert gegenüber dem Tagi, dass das Plakat zurückgezogen wird.

Florin Schütz von der SP Zürich schreibt auf Twitter: «Selbst bei lesbarem KI-Hinweis wäre das mehr als nur bedenklich.»


Ähnlich wie Schütz äussert sich auch Juso-Präsident Nicola Siegrist. Grünen-Fraktionschefin Aline Trede sagt gegenüber dem Tages-Anzeiger, dass sie nicht gegen KI sei, «aber nicht, wenn es falsche Inhalte generiert und man diese nicht mal als solche sofort erkennt.»

Auch Satiriker Patrick «Karpi» Karpiczenko, der Anfang Mai auf SRF in der Sendung «Kulturplatz» vor KI-generierter Wahlpropaganda warnte, äussert sich auf Twitter «arg enttäuscht» über die FDP:


Moritz Zumbühl, Verwaltungsratspräsident der Agentur Feinheit, äusserte sich ebenfalls bereits im Mai kritisch. Er forderte in einem Interview mit der SonntagsZeitung, dass sich Parteien darauf einigen sollten, im Wahlkampf keine künstliche Intelligenz für die Negativ-Kampagnenführung einzusetzen. Feinheit-Kommunikationsberater Michael Sorg verteidigt hingegen die FDP. Er sagt in einem aktuellen Talk, dass das Plakat sauber deklariert worden sei, wenn auch etwas klein. (cbe)