Von blauen Bananen und Fliegenfischen

Neu - Die «Wie geht's dir?»-Kampagne von Gesundheitsförderung Schweiz geht ab Montag in eine neue Phase. Statt auf Enttabuisierung setzt sie nun auf konkrete Alltagsimpulse zur Stärkung der psychischen Gesundheit.

Nach Jahren der Sensibilisierung für psychische Gesundheit wechselt die «Wie geht's dir?»-Kampagne ihren strategischen Fokus. Im Zentrum stehen neu sechs wissenschaftlich fundierte Impulse: Beziehungen pflegen, Neues entdecken, Lebensstil beachten, Selbstwert erkennen, Gespräch suchen und Unterstützung annehmen.

Die Herausforderung lag darin, diese an sich wenig überraschenden Empfehlungen aufmerksamkeitsstark zu vermitteln, heisst es in einer Mitteilung. «Humor setzen wir gezielt als Türöffner ein – nicht um das Thema ins Lächerliche zu ziehen, sondern um Hürden abzubauen», sagt Andrea Braschler von der Neu Creative Agency in einem persoenlich.com-Interview. Die Agentur gewann den mehrjährigen Etat in einer mehrstufigen Evaluation.

Mit humorvollen, teils absurden Beispielen wie dem Steinestapeln will die Kampagne das Thema psychische Gesundheit mit Lebenslust und Energie verknüpfen. Besonders junge Erwachsene stehen im Fokus, da sie bezüglich Verhaltensmustern am flexibelsten sind und sich in einer Lebensphase mit vielen neuen Herausforderungen befinden.

«Die Stärkung der psychischen Gesundheit soll so selbstverständlich werden wie das tägliche Zähneputzen», erklärt Norina Schwendener von Pro Mente Sana, welche die Kampagne im Auftrag von Gesundheitsförderung Schweiz umsetzt, gegenüber persoenlich.com.



Die Kampagne startet am Montag mit einer breit angelegten Plakat- und Digitalkampagne und ist auf mehrere Jahre ausgelegt. Sie wird in der gesamten Deutschschweiz in Zusammenarbeit mit zahlreichen Kantonen und Organisationen umgesetzt.

Sechs Impulse für Social Media

Für die Umsetzung auf Social Media wurde Marty—Trezzini als Partner beigezogen. Die Agentur hat ein Set an Social Content-Formaten entwickelt, das die sechs Impulse der Kampagne in den Alltag der Zielgruppe übersetzt.

Mit «Wisdom To-Go» werden zentrale Gedanken in kurzen, visuell reduzierten Posts auf den Punkt gebracht – zum Innehalten, Teilen oder Speichern. Persönlicher wird es in «Wie ich’s fühle»: echte Stimmen erzählen von Gedanken und Erfahrungen rund um psychische Gesundheit. Das Format «FaceTime» gibt den «Wie geht’s dir?»-Creators Raum, direkt zur Community zu sprechen. Das Video-Format «Micro-Reminder» platziert kurze, positive Botschaften im öffentlichen Raum oder in ganz persönlichen Nachrichten. Abschliessend regt das «Mood-Boost» -Format zur Reflexion an und integriert kleine Microactions in den Alltag.

Der Content fokussiert darauf, die Impulse erlebbar zu machen und der Community dabei auf Augenhöhe zu begegnen. Die Strategie spricht Menschen an, die sich in einer emotional intensiven Lebensphase befinden – zwischen Ausbildung, Selbstfindung und Leistungsdruck. Die Inhalte unterstützen, normalisieren und stärken, ohne zu therapieren. (pd/cbe/spo)