US-TV-Serien wie "The Sopranos", "Entourage", "Curb Your Enthusiam", "The Wire", "Girls" oder jüngst "Game of Thrones" (Bild) haben sich zu Kulthits entwickelt. Sie alle haben etwas gemeinsam: Hinter ihnen steht das US-amerikanische Unternehmen Home Box Office Inc., kurz HBO. Das Tochterunternehmen von Time Warner hat in dem Geschäft mit aufwändig produzierten, süchtig machenden Fernsehserien seit Jahren die Nase ganz weit vorne. Kein Wunder wurde CEO Richard Plepler bei den Cannes Lions dieses Jahr mit dem Media Person of The Year Award ausgezeichnet.
Einen Tag später lieferten die Macher der Serien "Game of Thrones" und "Veep" in einem Podiumsgespräch einige Hinweise darauf, was den Erfolg des Programmanbieters mit rund 127 Millionen Abonennten ausmacht. So sprachen D.B. Weiss und David Benioff, die Drehbuchautoren und Produzenten von "Game of Thrones", von der "immensen Freiheit", die ihnen das TV-Produktionshaus gewähre. Nie habe sich jemand in die Handlung einer Folge eingemischt. "Es hiess nie: Da ist zu wenig Spannung drin oder da kommt zu wenig Action vor." Alle Inputs hätten Hand und Fuss gehabt. Nie habe jemand von den Verantwortlichen - wie sonst anscheinend oft üblich - versucht, seinen Fingerabdruck in der Story zu hinterlassen. In Hollywood haben man da gegenteilige Erfahrungen gemacht.
Weiss erklärte auch, warum man überhaupt HBO gewählt habe: "Es kam eigentlich kaum ein anderer Output-Kanal in Frage. Die Bücher von George R. R. Martin (die Saga "A Song of Ice and Fire"), die der Serie zugrunde liegen, sind zu dicht, um daraus einen zweistündigen Spielfilm zu produzieren." Zu ihrer Überraschung sei Martin auch sofort damit einverstanden gewesen.
Auch Armando Ianucci, Macher der Vizepräsidenten-Serie "Veep", fügte noch einige mögliche Gründe für den Erfolg des TV-Content-Lieferanten an: "HBO ist eine überraschend kleine Firma. Die Kommunikationswege sind kurz. Es gibt nur zwei, drei Leute, mit denen ich wöchentlich Kontakt halten muss." Jeder dieser Leute stehe voll hinter den Produktionen und tue alles für deren Qualität.
Die Qualität stimmt - doch inzwischen haben auch andere US-Produktionsfirmen gelernt qualitativ hochwertige Süchtigmacher anzufertigen: AMC produzierte erfolgreich "Mad Men" und "Breaking Bad", der Video-on-demand-Service Netflix hat mit "House of Cards" für weltweiten Gesprächsstoff gesorgt. (as)
Hauptbild: Keystone
Was der US-Bezahlsender HBO richtig macht
Cannes Lions 2014 - Macher von "Game of Thrones" und "Veep" loben die kreative Freiheit.