Wenn die Politik die Klappe hält

Publicis - Die Agentur wirbt für die jährliche Jugendsession – mit einem charmanten Augenzwinkern.

Mit der «humorvollen Tonalität» schliesst die aktuelle Kommunikation an die «zahlreichen erfolgreichen Kampagnen» aus vergangenen Jahren an, wie es in einer Mitteilung heisst. Dabei wurden die Politikerinnen und Politiker zum Beispiel als Velokuriere und Pizzabotinnen inszeniert (2014), als Handpuppen dargestellt (2015) oder mit Handykamera-Filtern verzerrt (2017). Kreiert und umgesetzt wurden die Arbeiten bis 2018 von LeoBurnett. Seit 2019 zeichnet sich Publicis Zürich projektverantwortlich. Im letzten Jahr machten die Politikerinnen und Politiker sogar «übertrieben auf jung und imitierten die Sprache von jungen Leuten» (persoenlich.com berichtete). Die Botschaft dazu: «Wir brauchen keine Politikerinnen und Politiker, die auf jung machen. Wir brauchen Junge, die Politik machen.»

Bei so vielen kreativen Ideen mache die Zusammenarbeit besonders viel Spass, findet Pascal Trösch von der Jugendsession laut Mitteilung: «Wir konnten es jeweils kaum erwarten, die neuen Ideen der Publicis durchzuschauen und uns die Kampagne bereits auszumalen.» Und auch auf Agenturseite erfreue sich die Arbeit für die Jugendsession grosser Beliebtheit – insbesondere bei den jungen Mitarbeitenden. «Am besten gefällt mir, dass man freie und humorvolle Ideen und Konzepte vorschlagen kann», wird Laura Binkert, Grafiklernende bei Publicis, in der Mitteilung zitiert. Und Teamkollege Merlin Obrero, Junior Art Director, ergänzt: «Besonders viel Spass machen die Überlegungen, wie man eine möglichst breite junge Zielgruppe ansprechen kann.»

Im Jahr 2022 steht nun der Gedanke im Fokus, dass die etablierten Politikerinnen und Politiker «mal den Mund halten. Beziehungsweise die Klappe, den Laden und – in der italienisch sprechenden Schweiz – das Radio und – in der französisch sprechenden Schweiz – das Nachtlicht», wie es weiter heisst. Nur so gehöre den Jugendlichen im Bundeshaus nämlich wirklich das Wort. Und genau darum gehe es an der Jugendsession. Um diese Botschaft aufmerksamkeitsstark in Szene zu setzen, seien etablierte Politikerinnen und Politiker mit einer Klappe, einem Laden, einem Radio oder einem Nachtlicht in der Hand abgebildet.

Dass die Kampagne auch den Beteiligten Politikerinnen und Politiker Spass macht, bestätigt Nationalrat Andri Silberschmidt (FDP): «Die Jungen sind die Zukunft, sie sind am längsten von den politischen Entscheidungen von heute betroffen. Da ich mich selbst noch zu den Jungen zähle (zumindest im Parlament), ist es für mich klar, bei dieser Kampagne mitzumachen.» Valérie Piller Carrard (SP) sieht in der Teilnahme an der Kampagne die Chance, die Verbindung zu jungen Bürgerinnen und Bügern zu pflegen, die sich für die Schweiz engagieren. Nationalrätin Natalie Imboden (Grüne) und Nationalrat Marco Romano (Mitte) nehmen ebenfalls offiziell an der Kampagne teil.

Darüber hinaus baten die Youngsters vor dem Bundehaus zahlreiche weitere Politikerinnen darum, doch mal kurz ein scheinbar zufälliges Objekt zu halten. Laut Mitteilung ein «voller Erfolg»: Über 30 Politikerinnen und Politiker hielten spontan für die Jugendsession die Klappe, den Laden und das Radio.

Die Kampagne ist aktuell als Bewegtbild und in Form von statischen Posts auf Social Media sowie auf Plakaten im Umfeld von Schulen zu sehen – und wird bis zur Jugendsession vom 10. bis 13. November laufend ergänzt.

Verantwortlich bei der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV): Pascal Trösch (Projektleiter), Tobias Mader (Projektmitarbeiter), Aina Waeber (Leitung Kommunikation), Aulon Azizi (Zivildienstleistender); verantwortlich bei Publicis Zürich: Gvozden Milosevic (Graphic Designer), Laura Binkert (Grafiklernende), Celina Stadler (Grafiklernende), Merlin Obrero (Junior Art Director), Yoel Inderbitzin (Graphic Designer), Vasco Manente (KV-Lernender), Sandy Pfuhl (Senior Art Director), Désirée Stocker (Copywriter), Marco Klein (Motion), Stefania Bertolo Marong (Account Director), Lara Schoettel (Senior Account Director); verantwortlich beim Team Prodigious: Matteo Attanasio, Patrick Richner (Film & Regie), Dario Schmid, Andreas Ganz (Postproduction), Adrian Häni (Gesamtverantwortung). (pd/tim)