Herr Beeli, der TV-Spot zeigt eine perfekte Weihnachtswelt, die nur bedingt der Realität entspricht. Sieht Ihre Vorweihnachtszeit auch so rosig aus?
Klar. Völlig entspannt. Bei Ihnen nicht?
Im Clip werden verschiedene Weihnachtsmomente aneinandergereiht, ein roter Faden ist aber nicht zu erkennen. Ist das bewusst so gewählt?
Ein Vignettenfilm lebt von verschiedenen Blickwinkeln. Die Vielfalt an Weihnachtsmomenten, die jeder erlebt, ist das Spannende an diesem Konzept. Der rote Faden ist, dass jedermann solche Momente erlebt und dass diese Momente bei jedem individuell sind – gemäss dem Claim: «Min Wiehnachtsmomänt». Es gibt übrigens noch unzählige weitere Vignetten, die jeweils online ausgestrahlt werden.
Die Musik «Sonä Momänt» kommt im Walliser Dialekt daher. Weckt das eher Weihnachtsgefühle als breites Züridüütsch?
Letztes Jahr war der Song auf Englisch, dieses Jahr Walliserdeutsch, nächstes Jahr vielleicht Rätoromanisch? Wir werden sehen. Unser Land hat eine unglaubliche sprachliche Vielfalt, aus der wir ruhig schöpfen dürfen.
«Viel von der Ursprungsidee ist nicht mehr geblieben»
Was war die grösste Herausforderung beim Produzieren des diesjährigen Weihnachtsspots?
Wir wollten einen möglichst natürlichen Cast. Wir suchten bewusst keine Schauspieler, sondern Menschen von nebenan. Die Produktionsfirma hatte einen Aufruf gemacht und es haben sich über 500 Leute gemeldet. Das war eine Herausforderung, denn die Leute waren wirklich gut.
Wie stark ähnelt der fertige Spot der ersten Storyidee, die Sie hatten?
Wir haben im Februar angefangen, uns mit der neuen Kampagne zu befassen. Viel von der Ursprungsidee ist nicht mehr geblieben.
Migros setzt erneut auf Wichtel Finn, Manor auf den Weihnachtself Elfred. Warum haben Sie nicht mit einem Fabelwesen gekontert?
Genau darum. Das machen schon genug andere. Wir haben uns bewusst für eine Umsetzung entschieden, die viel näher bei den Menschen ist.
Im letztjährigen TV-Spot hatten Sie tierische Protagonisten, dieses Jahr wieder menschliche. Haben Menschen die grössere Wirkungskraft als Tiere?
Es kommt ganz auf die Geschichte an und was man erzählen möchte. Menschen erzählen eher aus dem richtigen Leben, im Gegensatz zu tierischen Protagonisten, die mehr die Fantasie ansprechen.
«Für gemeinsames Gitarrenspiel blieb leider keine Zeit»
Inwiefern haben Sie sich mit dem diesjährigen Spot gegenüber dem Vorjahr gesteigert?
Diese zwei Spots sind schwer zu vergleichen, da sie eine komplett andere Tonalität und Aussage haben.
In der gemeinsamen Mitteilung hiess es: «Für magische Weihnachtslaune sorgte auch die reibungslose Zusammenarbeit verschiedener spezialisierter Agenturen». Das klingt romantisch – wer hat am Lagerfeuer Gitarre gespielt?
Für gemeinsames Gitarrenspiel blieb leider keine Zeit.
Letztes Jahr stammte das Kampagnenkonzept von Havas, nun ist Valencia verantwortlich – haben Sie das aus purer Nächstenliebe abgegeben?
Coop arbeitet immer mit diversen Agenturen zusammen, da kann es sehr gut mal Verschiebungen geben.
Das Interview wurde schriftlich geführt.