Sie starten mit einem prominenten Kunden -- wie heisst er gleich?
Unser Kunde heisst Coca Cola.
Unseren Informationen zufolge soll es bloss um Powerade gehen, eine noch unbekannte Neulancierung des Coca-Cola-Konzerns. Ein Etikettenschwindel?
Wir arbeiten für Coca Cola und sind dort für diverse Projekte zuständig. Powerade können wir nicht bestätigen. Details können wir keine preisgeben.
Wie gross ist denn der Etat?
Darüber möchten wir ebenfalls keine Auskunft geben, die Arbeit hat ja erst begonnen. Es geht jedenfalls um einen Projekt-Etat, der nicht für die nächsten fünf Jahre feststeht. Die Projekte sind am Anlaufen.
Dennoch: Deckt das Budget vier Löhne plus Miete?
Das haben wir noch nicht genau durchgerechnet -- mit den Zahlen ist derzeit noch alles im Fluss.
Sie starten also ohne Business-Plan?
Nein, selbstverständlich haben wir einen Business-Plan, und unser Budget wurde auch berechnet.
Auf welche Budgets haben Sie es sonst noch abgesehen?
Auf unterschiedliche. Uns interessieren sowohl national tätige Schweizer Kunden als auch solche, die international tätig sind oder es werden wollen. Hinzu kommen internationale Kunden, die in den deutschsprachigen Markt eintreten möchten. Und schliesslich ergeben sich aus dem Netzwerk Beziehungen. Insgesamt streben wir eine homogene Mischung an, Scholz & Friends betreut in allen Ländern ein breites Portfolio.
Ihr Schweizer Markteintritt erfolgt ausgesprochen antizyklisch. Woher nehmen Sie den Optimismus?
Wirtschaftlich schwierige Zeiten bieten -- auch wenn's banal klingt -- immer auch Chancen, weil die Karten neu gemischt werden. Anders gesagt: Bei besserer Konjunkturlage ist alles gefestigter. Eine optimale Zeit für einen Markteintritt gibt es so gesehen gar nicht.
Immerhin kämpfen derzeit nicht wenige Agenturen, einige dem Vernehmen nach gar ums Überleben. Da erscheint Ihr Vorgehen schon sehr mutig.
Die Schweiz war für Scholz & Friends bislang ein weisser Fleck. Die Anfragen, die unser Netzwerk immer wieder erhalten hat, stimmen uns zuversichtlich. Diesbezüglich gibt es aber noch nicht zu vermelden.
Dann war Coca Cola der Grund, in die Schweiz zu kommen?
Nein, das war nicht der Auslöser. Wir wären auch ohne Kunden nach Zürich gekommen.
Sie streben eine Grösse von 15 MitarbeiterInnen an. Wen werden Sie abwerben?
Nur die Besten, sowohl aus der Schweiz, als auch international. Weil wir beiden aber aus Deutschland und Österreich kommen, liegt unser Fokus sehr stark auf Schweizer Kollegen. Wir haben bereits diverse Gespräche geführt, konkrete Namen möchten wir aber keine nennen.
Ein "namhafter Schweizer Berater" steht offenbar bereits vor Vertragsabschluss. Um wen handelt es sich?
Das wurde falsch wiedergegeben, wir haben das so nie gesagt.
Insgesamt sind Sie zu viert. Wer sind Ihre MitarbeiterInnen?
VR-Mitglied Yvonne Hodel ist unsere "Geburtshelferin" im Management. Kreativ arbeitet sie aber nicht mit, das ist unser Part. Und bei der Beratung beschäftigen wir zur Zeit Freie, deren Namen wir nicht nennen möchten.
Scholz & Friends plant sich derzeit in einem MBO von Cordiant loszukaufen. Wie beurteilen Sie die Hintergründe und Chancen?
Wenn Sie mehr wissen wollen, müssen Sie mit unserer Leitung in Berlin sprechen.