2008 mit Verlust von 42,1 Mio. Franken

PubliGroupe - Hauptschuld tragen Goodwill-Abschreibungen.

Die Wirtschaftskrise hat der Waadtländer Werbevermittlerin PubliGroupe das Ergebnis verhagelt. Das Unternehmen erlitt 2008 einen Verlust von 42,1 Mio. Franken. Im Vorjahr hatte PubliGroupe noch 73,1 Mio. Fr. Gewinn erwirtschaftet, unter anderem dank des Verkaufs einer Beteiligung.

Schuld für den aktuellen Verlust sind Goodwill-Abschreibungen in Höhe von 33,8 Mio. Franken, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Davon entfielen 28,9 Mio. Fr. auf die Kernsparte Media Sales, in der die Presse-, Fernseh-, Radio-, Kino- und Online-Werbung gebündelt ist.

Hinzu kamen Korrekturen bei den Beteiligungen - etwa an den Verlagshäusern Edipresse und Tamedia -, die das Ergebnis mit 44,7 Mio. Fr. belasteten. Der Verwaltungsrat von PubliGroupe will nun die Dividende auf 3.50 (Vorjahr: 13.00) Fr. je Aktie kürzen.

Der Umsatz sank um 1,9 Prozent auf 2,121 Mrd. Franken. Die Sparte Media Sales verzeichnete eine Umsatzeinbusse von 11,7 Prozent auf 1,736 Mrd. Franken. Auf dem Schweizer Markt beliefen sich die Einbussen dieser Sparte auf 12 Prozent, im Ausland wurde 11,7 Prozent weniger umgesetzt.

Dank der positiven Zahlen der übrigen Sparten der PubliGroupe verblieb ein Betriebsgewinn (EBIT) von 40 Mio. Franken. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr von 47,7 Prozent ist aber dennoch beträchtlich.

Kerngeschäft mit klassiescher Werbung bricht ein

Die PubliGroupe kann sich dem Wandel in der Medienlandschaft nicht entziehen: Die Vermarktung der klassichen Medien wie Zeitungen und Radio harzt. Das Segement Media Sales, das Kerngeschäft der PubliGroupe, verzeichnete 2008 mit rund 1,734 Mrd. Fr. einen um fast 12 Prozent gesunkenen Umsatz.

Alle Medien ausser Internet (+15 Prozent) und Fernsehen (+7 Prozent) waren vom Rückgang betroffen. Das Betriebsergebnis im Kerngeschäft vor Goodwill-Abschreibungen sank auf null. Inklusive Goodwill-Abschreibungen resultierte ein Verlust von 28,8 Mio. Franken.

Darum soll im Segement Media Sales die Kostenstruktur geändert werden. Für 2009 bringe dies unter anderem Einsparungen von weiteren 20 Mio. Franken, wie PubliGroupe am Freitag mitteilte. Bei der Tochter Publicitas gibt es Veränderungen - unter anderem beim Geschäftsmodell.

Konkret geht es um ein anderes Vergütungskonzept sowie eine digitale und offene Plattform für die Verwaltung und Übermittlung von Werbeaufträgen. Das neue Angebot soll mit dem Auslaufen der bestehenden Verträge in der Schweiz nach und nach eingeführt werden. (sda)